Deutschland

Studie: Hälfte der Jugendlichen hält Nachrichten für unwichtig

Das Leibniz-Institut hat die Mediennutzung unter Jugendlichen untersucht. Zwei Drittel der 14- bis 17-Jährigen in Deutschland würden den Bezug zur eigenen Realität vermissen, 59 Prozent der 18- bis 24-Jährigen ebenso. Erste Informationsquelle ist das Netz.
Studie: Hälfte der Jugendlichen hält Nachrichten für unwichtigQuelle: www.globallookpress.com © Sebastian Gollnow/dpa

Im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur, mehrerer großer Zeitungen und ARD, ZDF, RTL hat das Leibniz-Institut für Medienforschung das Interesse der Jugend an Nachrichten untersucht. Die Ergebnisse wurden am Mittwoch veröffentlicht.

Die Hälfte der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hält es nicht für nötig, sich über aktuelle Ereignisse zu informieren. Bei journalistischen Nachrichten fehle 67 Prozent der 14- bis 17-Jährigen der Bezug zum eigenen Leben, unter den 18- bis 24-Jährigen 59 Prozent.

Die Studie teilt "die Jugend" in vier große Gruppen mit unterschiedlichen Verhaltensmustern in der Mediennutzung ein. Eine wird als journalistisch Informationsorientierte bezeichnet. Sogar bei diesen fehle 40 Prozent die Bedeutung der aktuellen Berichterstattung.

Die erste Informationsquelle ist das Internet. Der Anteil derjenigen, die sich zielgerichtet informieren, steige mit dem Alter und dem Bildungsgrad. Das Interesse an Politik ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Dass Gesetze vom Parlament beschlossen werden, wissen 63 Prozent der Informierten und 40 Prozent der Nicht-Informierten.

Einer der Autoren der Studie, Sascha Hölig, erklärt: "Insgesamt stellen wir fest, dass vielen Jugendlichen bei journalistischen Nachrichten der Bezug zu ihrem eigenen Alltag fehlt. Auch das Wissen über Funktionen und Arbeitsweisen des Journalismus ist begrenzt." Daraus sollten Schlussfolgerungen im Bildungswesen, aber auch unter den Anbietern von Nachrichten gezogen werden.

Das Institut teilt die Methodik der Studie mit. Sie hatte 35 Teilnehmender aus repräsentativen Gruppen. Insgesamt wurden 1.500 Befragungen durchgeführt.

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