Deutschland

Herdenimmunität durch Impfungen: Lauterbach warnt vor falschen Hoffnungen

"Impfen, impfen, impfen" lautet das Motto der Bundesregierung in Sachen COVID-19. Ziel ist die Erreichung der Herdenimmunität. Derweil warnt der Mediziner und SPD-Politiker Karl Lauterbach vor falschen Hoffnungen hinsichtlich der Herdenimmunität.
Herdenimmunität durch Impfungen: Lauterbach warnt vor falschen HoffnungenQuelle: www.globallookpress.com

Seit nunmehr Monaten wird die Corona-Debatte innerhalb der Bundesregierung vor allem von einem Thema bestimmt: Wann kommt wer in den Genuss der Schutzimpfung gegen COVID-19? Doch dabei bleiben vielen Fragen offen. So etwa die Frage, wann – und ob überhaupt – auch Nichtgeimpfte wieder ihre Grundrechte zurückerlangen. Eine weitere Frage wäre, ob und wann die Corona-Maßnahmen beendet werden, wenn die Bevölkerung erst einmal "durchgeimpft" ist.

Zur Erreichung der Herdenimmunität scheiden sich bei der Frage nach der notwendigen "Impfquote" ohnehin die Geister. Bislang wird mit der Faustformel hantiert, dass die Herdenimmunität bei einer Impfquote von 70 Prozent erreicht sei.

So kündigte etwa EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor wenigen Tagen an, dass bis Juli 70 Prozent der erwachsenen EU-Bürger gegen das neuartige Coronavirus geimpft werden könnten. Damit werde das selbst gesteckte Impfziel für die EU früher erreicht als angenommen, zeigte sich von der Leyen erfreut.

Ein viel zitierter Talkshow-Experte sieht das jedoch nicht ganz so optimistisch: Karl Lauterbach. So warnte der SPD-Politiker nun davor, sich in der ausgerufenen Corona-Pandemie als "Laie" zu sehr auf die proklamierte Herdenimmunität zu verlassen. Gegenüber der Welt ließ Lauterbach wissen:

"Angenommen die Herdenimmunität läge bei 70 Prozent. Der Laie denkt dann häufig, wenn sich 70 Prozent impfen lassen, kann sich der Rest nicht mehr infizieren. Das ist aber falsch."

Alle Nichtgeimpften setzten sich laut Lauterbach einer enormen Gefahr aus, denn es gebe nur zwei Optionen: entweder "krank oder geimpft". "Die Pandemie wird Einzelne nicht verschonen, man wird entweder krank oder geimpft", so der 58-Jährige.

Eine Aufhebung der Maßnahmen sei demnach nur bei einer hohen Durchimpfung der Bevölkerung möglich. Selbst wenn jedem ein sogenanntes Impfangebot gemacht wurde, sei äußerste Vorsicht geboten. Lauterbach zur "neuen Normalität":

"Wenn allen Menschen ein Impfangebot gemacht wurde, heißt das noch nicht, dass die Bars so offen sein können wie vor der Pandemie. Ich rechne damit, dass Menschen Impfpässe oder Antigentests zeigen werden müssen, zumindest in Lokalitäten, wo das Risiko sehr hoch ist."

Ende November gab Lauterbach zu Protokoll, dass es unnötig sei, eine Impfpflicht einzuführen, "da sich ein Großteil der Menschen nach meiner Einschätzung impfen lassen möchte". "Mit einer Herdenimmunität, also dass genug Menschen geimpft sind, rechne ich Ende 2021."

Bislang rechnete das Bundesgesundheitsministerium bei einer Impfung von 60 Prozent der deutschen Bevölkerung mit dem Erreichen einer Herdenimmunität. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten zur Erreichung des Ziels 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sein.

Für Deutschland gilt das jedoch nicht mehr. So teilte das Robert Koch-Institut dem MDR am Montag schriftlich mit:

"Durch die ansteckendere britische Mutante, die inzwischen auch in Deutschland dominiert, ist der Anteil der Immunität, die man fürs Stoppen braucht, gestiegen, die anfangs vermuteten etwa 60 Prozent reichen nicht mehr, vermutlich sind es jetzt 70–80 Prozent."

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