Deutschland

Söder für mehr Impfungen in Betrieben und Familien

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder fordert, dass deutlich mehr in der Arbeitswelt und in Familien geimpft wird. Die Priorisierung sollte nun aufgeben werden. Für Geimpfte fordert er "Freiheitsrechte". Öffnungspläne für den Sommer könne man nicht machen.
Söder für mehr Impfungen in Betrieben und FamilienQuelle: www.globallookpress.com © Daniel Karmann

Über das Thema Impfen berät am Montagnachmittag eine Bund-Länder-Runde. Söder hatte zuvor vorgeschlagen, schon im Mai alle Impfstoffe für jeden komplett freizugeben und auch Schüler ab 16 Jahren vermehrt zu impfen.

Der bayerische Ministerpräsident sagte am Sonntag in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin

 "Wir brauchen Betriebsimpfungen, wir brauchen Familienimpfungen."

In Firmen und Familien herrsche eine hohe Ansteckungsgefahr.

Damit müsse eine weitgehende Freigabe der Impfstoffe einhergehen, sagte Söder. Die Priorisierung nach Alters- und Berufsgruppen sowie Krankheitsbildern sei am Anfang sinnvoll gewesen, "aber jetzt entwickelt sie sich zunehmend zu einem Zeithindernis".

Das Impfen sei die "einzige Chance" zur Eindämmung der Pandemie, sagte Söder – und mahnte zu mehr Tempo. Die Impfzentren funktionierten gut, aber schneller gehe es nur über die Ärzte.

Zur Debatte über die Gewährung von Freiheitsrechten für Geimpfte und Genesene sagte der CSU-Chef, wenn jemand geimpft sei, könne er seine Rechte auch wieder einfordern vom Staat. Dies sollte nun "zeitlich gut gestaffelt" geschehen. Auch sei die baldige Aufhebung von Beschränkungen ein Anreiz, sich impfen zu lassen.

Zu Forderungen des SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz, Ende Mai klare Öffnungsschritte für den Sommer festzulegen, äußerte sich Söder kritisch. "Mit Corona kann man keine Deals und Pläne machen", sagte er. Tagesgenaue Pläne hätten in der ganzen Pandemie-Zeit nie funktioniert. Scholz' Forderung sei daher "eher ein Schaugefecht als ein kluger Vorschlag".

Mehr zum Thema - Berater der Bundesregierung bezeichnet Impfskeptiker als "Volksfeinde"

(dpa/rt) 

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