Deutschland

Mediziner warnen vor Alarmismus: Weniger als ein Viertel der Intensivbetten für Corona-Patienten

Einige Mediziner sehen den Alarmismus der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) als unverantwortlich und unverhältnismäßig an. Ihrer Auffassung nach sei der Alarm "von den tatsächlichen Zahlen nicht gestützt".
Mediziner warnen vor Alarmismus: Weniger als ein Viertel der Intensivbetten für Corona-PatientenQuelle: www.globallookpress.com © Markus van Offern (mvo) via www./www.imago-images.de

Führende Mediziner an deutschen Kliniken warnen vor Alarmismus im Kampf gegen Corona. Thomas Hermann Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik Bethanien Moers, sagte der BILD-Zeitung:

"Wir sind und waren zu keiner Zeit am Rande unserer Kapazitäten."

Dieser Alarmismus der Intensivmediziner der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sei daher unverantwortlich und unverhältnismäßig und werde von den tatsächlichen Zahlen nicht gestützt. Voshaar sagt:

"Nicht mal ein Viertel der 22.000 Intensivbetten in Deutschland sind mit COVID-19-Patienten belegt."

Auch der Leiter der Klinik für Intensivmedizin und Notfallmedizin des Klinikums Bremen Mitte, Rolf Dembinski, befürchtet keinen Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Dembinski relativiert die Warnungen:

"Ich befürchte keinen Kollaps, aber bis zum Sommer eine schwierige Situation."

Die Lage sei "angespannt, aber noch beherrschbar". Experten bringen jetzt statt der Sieben-Tage-Inzidenz die Zahl der Intensivstation-Neuaufnahmen binnen sieben Tagen als neuen Orientierungswert in die Diskussion. Die Inzidenz korreliere bereits jetzt nicht gut mit der Lage, bekräftigte der Epidemiologe Gérard Krause in einer Videokonferenz des Science Media Center (SMC).

Denn der Inzidenzwert könne Risiken sowohl über- als auch unterschätzen. Gebraucht würden mehrere Indikatoren, um die tatsächliche Lage sachgerecht abzubilden und gezielte Maßnahmen zu treffen, so der Experte vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig.

Das RKI liefere zwar eine Vielzahl an Daten, die aber leider bei der Entscheidungsfindung nicht berücksichtigt würden, meint Krause:

"Wenn man gezwungen ist, sich auf nur einen Messwert zu beschränken – und das scheint so zu sein –, dann wäre die Zahl der Neuaufnahmen auf Intensivstationen das, was der Situation am ehesten gerecht wird."

Im Internet kann man den aktuellen Stand der Intensivbettenbelegung jederzeit nachsehen. Das DIVI-Intensivregister erfasste bundesweit am 20. April um 12:15 Uhr mit den Meldungen von 1.278 Krankenhaus-Standorten die intensivmedizinische Versorgung von Patienten mit COVID-19:

In intensivmedizinischer Behandlung befinden sich 4.966 Patienten (+34), davon werden 2.751 (55 Prozent) invasiv beatmet, das sind 3 mehr als am Vortag. Die Zahl der Neuaufnahmen (inkl. Verlegungen) beträgt 528, verstorben seit dem Vortag sind 142. Insgesamt abgeschlossene ITS-Behandlungen: 94.392.

Intensivmedizinische Behandlungskapazitäten und ihre Belegung: Insgesamt 20.971 [+1.912 bzgl. Kinder-ITS-Kapazität], darunter 13.001 für Low-care-Patienten (mit nichtinvasiver Beatmung über eine Beatmungsmaske). Aktuell frei sind 2.955 [+899 bzgl. Kinder-ITS-Kapazität]. Die 7-Tage-Notfallreserve beträgt 10.167 Intensivbetten [+439 bzgl. Kinder-ITS-Kapazität].

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