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52-Jähriger erhält gegen seinen Willen AstraZeneca-Impfung und erstattet Strafanzeige

Ein Einsatz des AstraZeneca-Vakzins sorgte in Gifhorn für Ärger: Für einen 52-jährigen Hochrisikopatienten kam eine Impfung mit dem AstraZeneca-Präparat nicht in Frage, doch der leitende Impfarzt bestand darauf. Der Patient erstattete nun Anzeige bei der Polizei.
52-Jähriger erhält gegen seinen Willen AstraZeneca-Impfung und erstattet StrafanzeigeQuelle: www.globallookpress.com © Andrea Ronchini/Keystone Press Agency

In niedersächsischen Gifhorn sorgte der Einsatz des umstrittenen AstraZeneca-Impfstoffs nach einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung für einigen Ärger: Der 52-jährige Ilmo Wuff zählt aufgrund von Vorerkrankungen zu den Corona-Hochrisikopatienten. Sein Hausarzt bescheinigte ihm, dass für ihn nur eine Impfung mit dem BioNTech/Pfizer-Vakzin infrage komme. Doch im Impfzentrum bestand der leitende Arzt darauf, ihn dennoch mit dem umstrittenen AstraZeneca-Vakzin zu impfen.

Wuff leidet unter der Lungenkrankheit COPD und unterliegt auch weiteren gesundheitlichen Einschränkungen. Da er aufgrund seiner Vorerkrankungen zu den Hochrisikopatienten gehört, vermeidet er seit Beginn der Corona-Krise weitgehend Kontakte zu anderen Personen, da eine potenzielle Ansteckung und Erkrankung mit COVID-19 für ihn schwerwiegende Folgen haben könnte. Für den 31. März 2021 konnte er dann seinen Impftermin in der Stadthalle wahrnehmen.

Nach der Anmeldung im Impfzentrum war er jedoch an die Stelle verwiesen worden, an der über die Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff informiert wurde. Der 52-Jährige hatte aber eine Impfanmeldung für das BioNTech/Pfizer-Vakzin und eine Bescheinigung seines Hausarztes, dass für ihn nur dieser Impfstoff in Frage komme. Zudem wies Wuff darauf hin, dass die Empfehlung gelte, den AstraZeneca-Impfstoff unter 60-Jährigen nur dann zu verabreichen, wenn es medizinisch vertretbar sei:

"Also kam ich für diesen Impfstoff nicht in Frage. Mein Hausarzt hatte ja bescheinigt, dass für mich nur BioNTech in Frage kommt."

Im vor der Impfung stattfindenden Aufklärungsgespräch kam der Mediziner, mit dem Wuff sprach, ebenfalls zu dem Ergebnis, dass für ihn nur der BioNTech/Pfizer-Impfstoff in Frage komme. Der leitende Arzt mischte sich jedoch ein und bestand darauf, dass Wuff mit dem AstraZeneca-Präparat geimpft wird. Wenn er auf eine Impfung mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer bestehe, dann gebe es zumindest an diesem Tag keine Impfung, und er müsse wieder lange auf einen Termin warten.

Von Wuffs Lage und dem Verweis auf die geltenden Vorgaben ließ sich der leitende Arzt nicht beeindrucken, sodass der 52-Jährige aus Sorge um seine Gesundheit kapitulierte und sich mit dem umstrittenen AstraZeneca-Vakzin impfen ließ. Doch das Prozedere um seine Impfung empörte ihn, da er im Nachhinein auch unter Nebenwirkungen wie Schüttelfrost litt:

"Das lasse ich mir so nicht bieten", sagte Wuff.

Er erstattete deshalb Anzeige wegen Körperverletzung bei der Polizei. Auf eine E-Mail, die er dem Landkreis schrieb, sei zwar umgehend reagiert worden. Wuff vermutet jedoch, dass dies nur geschah, um ihn zu beschwichtigen. Für ihn ist das Prozedere jedenfalls "eine Frechheit", denn er hätte aufgrund seiner Vorerkrankungen nicht mit AstraZeneca geimpft werden dürfen. Das Ergebnis des Aufklärungsgesprächs habe er sich in schriftlicher Form geben lassen, da Wuff weitere rechtliche Schritte einleiten will. Der Landkreis als Betreiber des Impfzentrums hat sich bisher noch nicht zu dem Fall geäußert, da es sich um ein laufendes Verfahren handle.

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