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Gesundheitsökonom: "Der Name AstraZeneca steht für Irritation und unzureichende Kommunikation"

AstraZeneca kämpft um seinen Ruf. Der Gesundheitsökonom Prof. Eckhard Nagel meint, die Situation bereite Irritation, sei aber kein wirkliches Chaos. Der Name der Firma sei aber ruiniert und das Vertrauen in den Impfstoff verloren gegangen. Ein Interview mit RT DE.

AstraZeneca hat seinen COVID-19-Impfstoff in Vaxzevria umbenannt. Dies fällt mit dem Kampf des Unternehmens zusammen, die Öffentlichkeit nach zahlreichen Berichten über mögliche Nebenwirkungen, darunter Thrombose, von der Sicherheit seines Medikaments zu überzeugen. Über den Schritt des britisch-schwedischen Pharmakonzerns und die Möglichkeit, den eigenen Impfstoff selbst auszuwählen, sprach RT DE mit Prof. Dr. med. Eckhard Nagel, Gesundheitsökonom an der Universität Bayreuth.

Die Situation mit AstraZeneca bereite Irritation, sei aber kein wirkliches Chaos, so Prof. Nagel. Dem Gesundheitsökonomen zufolge ist der Name der Firma schon ruiniert und das Vertrauen an dem Impfstoff bereits verloren gegangen.

"Es steht für Irritation, es steht für unzureichende Kommunikation. Es gab schon intensive öffentliche Berichterstattung in den USA, die diesen Stoff noch gar nicht zugelassen haben. Also insofern glaube ich, ist für die Firma notwendig, einen neuen Namen für den Impfstoff zu finden."

Laut Prof. Nagel sollte jeder in der Zukunft im Idealfall einen Impfstoff selbst wählen. Diese Wahl sollte jedoch mit Hilfe von medizinischem Personal, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Anwendungsbereiche und Risiken der existierenden Impfstoffe sowie nach Reflexion der eigenen Situation gemacht werden.

Der Gesundheitsökonom ergänzt, wie bei Influenza oder anderen Erkrankungen sei die Impfung ein effektiver Schutz gegen eine Infektion, die gravierend und schwerwiegend sein könnte. Insofern ist er laut eigener Aussage "ein Impfbefürworter" und findet bei positiver Impfeinstellung das Impfenlassen "eine gute Sache".

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