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ifo-Studie: Corona kostet deutsche Wirtschaft mindestens 405 Milliarden Euro

Laut dem ifo Institut könnte die Corona-Krise die deutsche Wirtschaft zwischen 2020 und 2022 ganze 405 Milliarden Euro kosten. Das Wirtschaftsinstitut senkte wie andere Institute die Konjunkturprognose für das Jahr 2021.
ifo-Studie: Corona kostet deutsche Wirtschaft mindestens 405 Milliarden EuroQuelle: www.globallookpress.com © Joerg Boethling via www.imago-im/www.imago-images.de

Ging man im Winter noch von einer starken Erholung der Wirtschaft im Jahr 2021 aus, muss nun die Prognose aufgrund von Impf-Chaos und Orientierungslosigkeit der Politik korrigiert werden.

Das heißt auch nicht Gutes für die Deutsche Wirtschaft: Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung korrigierte seine jährliche Konjunkturprognose nach unten.

Noch im Dezember ging man von einem Wachstum der Wirtschaft von 4,2 Prozent im Jahr 2021 aus. Inzwischen ist man vorsichtiger und prognostiziert eine Steigerung von nur noch 3,7 Prozent. Für das nächste Jahr wird eine Steigung des Bruttoinlandsprodukts von 3,2 Prozent vorausgesagt.

Das Wirtschaftsinstitut kommt zu dem Schluss, dass die Corona-Krise die deutsche Wirtschaft bis nächstes Jahr 405 Milliarden Euro kosten wird. Auf diese Summe kommen die Wissenschaftler, wenn sie die jetzigen Konjunktureinschätzungen mit dem Wachstum der Wirtschaft ohne Corona vergleichen.

Nach Prof. Dr. Timo Wollmershäuser und Prof. Dr. Andreas Peichl vom ifo Institut tragen vor allem die Lockerungen der Bundesregierung zu der Korrektur der Prognose bei.

Eine mögliche dritte Welle der COVID-19-Pandemie senke die Erwartungen an eine rasche Erholung der Wirtschaft. Peichl meinte im Business Insider:

"Es läuft ziemlich viel falsch momentan, und es werden planlose Lockerungen beschlossen. Auch ökonomisch wäre es sinnvoll, anders zu handeln. Der kurzfristige Ertrag durch Lockerungen ist ziemlich gering."

Statt sich auf flächendeckende Teststrategien in Unternehmen und Schulen zu konzentrieren, würde trotz steigender Infektionszahlen gelockert werden. Weiterhin würden zu große Bedenken beim Datenschutz eine Nachverfolgung von Infektionen stark behindern und so die Erholung der Wirtschaft weiter hemmen. 

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