Deutschland

"Ihr Paket wurde verschickt" – Polizei warnt vor Spam-SMS

Seit einigen Tagen werden immer mehr Menschen per SMS dazu aufgefordert, einen Link anzuklicken und dann etwa eine App zu installieren. Die SMS kopiert das Design von Paketzustellern wie DHL oder FedEX. Experten empfehlen, verdächtige Nachrichten sofort zu löschen.
"Ihr Paket wurde verschickt" – Polizei warnt vor Spam-SMSQuelle: www.globallookpress.com © imago stock&people via www.imago

Bereits seit Ende Januar warnen verschiedene Landeskriminalämter vor heimtückischen Betrugsversuchen per Mobiltelefon. Per SMS werden Links von unbekannten Nummern zu einer vermeintlichen Paketverfolgung z. B. von DHL oder FedEx versendet.

Klicken die Angeschriebenen auf den Link, haben die Betrüger schlimmstenfalls nicht nur Zugriff auf die Handydaten. Das "infizierte" Handy beginnt unter Umständen sogar, Hunderte Betrugs-SMS unter der eigenen Nummern an alle gespeicherten Kontaktdaten im Telefonbuch zu versenden und wird so eventuell zum Werkzeug für weitere strafrechtlich relevante Vorkommnisse.

Immer häufiger auftauchende Warnungen bei Facebook, WhatsApp und Co. belegen, dass das "Schneeballprinzip" dieser Betrugsmasche ungeahnte Ausmaße angenommen hat. Tim Holzhausen, Sprecher der Polizeidirektion Braunschweig, bestätigt, dass es sich um ein "bundesweites Phänomen" handele. So informiert das niedersächsische LKA:

"Die Täter nutzen scheinbar derzeit die Corona-Pandemie aus, in der viel online bestellt wird. So ist es sehr wahrscheinlich, auf Personen zu treffen, die einer solchen SMS glauben, da sie selbst Pakete erwarten. [...] Durch Klicken auf den Link kann es sein, dass Schadsoftware installiert wird. Es kann auch dazu kommen, dass das Handy ferngesteuert wird. Das kann weitere Straftaten zur Folge haben."

Nutzer von Android-Smartphones können dem vorbeugen, indem sie die Installation von Apps aus unbekannten Quellen blockieren. Nutzer von Apple-Geräten sind laut den Landeskriminalämtern grundsätzlich nicht betroffen. 

Als Sofortmaßnahme sollten Nutzer, die auf den Link geklickt haben, ihr Handy sofort in den Flugmodus schalten. So kann der Empfang und das Versenden weiterer SMS unterbunden werden. Weiterhin sollte der Mobilfunkanbieter informiert und eine sogenannte "Drittanbietersperre" eingerichtet und geprüft werden, ob bereits ungewöhnliche Extrakosten verursacht wurden.

Außerdem, so das Landeskriminalamt, sollte das Handy im "abgesicherten Modus" neu gestartet werden, um zu prüfen, welche Apps zuletzt installiert worden sind. Diese Apps können dann entfernt und das Smartphone neu gestartet werden. 


Die Polizeidirektion Braunschweig und das LKA raten, in jedem Fall Anzeige zu erstatten. Holzhausen erklärt:

"Eine Anzeige ist immer sinnvoll. Gerade, wenn ein Schaden eingetreten ist. Das Landeskriminalamt erkennt dann möglicherweise auch die Muster und wie weit das letztendlich geht und verfügt über Kontakte zum BKA für die bundesweite Ermittlung."

Es könne dabei aber nicht ausgeschlossen werden, dass die Polizei darum bittet, das Handy kurzfristig in Verwahrung zu nehmen. Im schlimmsten Fall müsse das Telefon jedoch auf Werkseinstellungen zurückgesetzt werden. "Dann sind leider alle Daten weg", so Holzhausen abschließend. Am Dienstag warnte auch die Verbraucherschutzzentrale vor den SMS zur Paketverfolgung und bezeichnete diese als "gefährlichen Spam".

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