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Kleine Öffnungsschritte in Rheinland-Pfalz: Weingarten statt Mallorca

Nach mehr als vier Monaten lockert Rheinland-Pfalz trotz steigender Corona-Zahlen den Lockdown für die Außengastronomie. Ab Montag sollen Restaurants, Gaststätten und Cafés in Regionen, in Regionen mit einem Inzidenzwert unter 100 in den Außenbereichen Gäste bewirten.
Kleine Öffnungsschritte in Rheinland-Pfalz: Weingarten statt MallorcaQuelle: www.globallookpress.com © Andreas Arnold/dpa

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) meinte am Rande einer Kabinettssitzung in Mainz, dies sei ein wichtiges Signal an die Gastronomie, die seit November geschlossen ist. Besucher müssen unter anderem einen gültigen negativen Schnelltest vorweisen und dürfen ihre Schutzmasken nur am Tisch abnehmen. Tische müssen vorab reserviert werden. Der gemeinsame Besuch ist nur für maximal fünf Personen aus höchstens zwei Hausständen erlaubt. Kontaktdaten der Gäste müssen erfasst werden. Dreyer meinte:

"Die Menschen sitzen an Rhein, Mosel und in schönen Landschaften mit ihren Coffee-to-go-Bechern in der Hand, Dreyer. Die Öffnung der Außengastronomie soll den Rheinland-Pfälzern die Möglichkeit geben, in ein Gartenlokal einzukehren, statt nach Mallorca zu fliegen."

Auch das Terminshopping im Einzelhandel wird von diesem Montag an auf spontane Buchungen ausgeweitet. Damit werde die Regelung an das Leben angepasst, so Dreyer. Die Menschen könnten vor den Geschäften anklopfen und fragen, wann der nächste Termin frei ist.

Kosmetiker etwa hätten gesagt, wer eine Creme kaufen wolle, mache dafür keinen Termin aus. Dreyer will in Gesprächen mit den kommunalen Spitzenverbänden Mitte nächster Woche Konzepte für eine behutsame Öffnung beraten. Dabei gehe es darum, wie unter Einhaltung der Testpflicht und der strengen Auflagen etwa Handel, Gastronomie, Theater und Fitnessstudios öffnen könnten. Man wolle zunächst sehen, wie es klappt. Wenn die Konzepte gut und konsistent seien, könne das dann ganz schnell gehen. Bei diesem sogenannten Rheinland-Pfalz-Modell werde wissenschaftlich überprüft, an welchen Orten sich die Menschen ansteckten.

Dreyer appellierte an die Bürger, sich an Abstandsregeln und Masken zu halten. Damit ließen sich auch die Virus-Mutationen fernhalten. Leider sei eine gewisse Nachlässigkeit eingezogen. Bei Inzidenzwerten über 100 werde jedoch die Notbremse gezogen, und alle Regelungen würden ausgesetzt. Dann sollen wieder die Regeln des Shutdowns vor dem 8. März gelten.

Dazu gehören eingeschränktes Terminshopping im Einzelhandel, Kontaktbeschränkungen auf einen Hausstand plus eine Person und Ausgangsbeschränkungen von 21 bis 5 Uhr. Auch körpernahe Dienstleistungen sollen dann nicht mehr erlaubt sein. Ausnahmen gebe es lediglich für hygienisch oder medizinisch notwendige Dienstleistungen und für Friseurbesuche.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Rheinland-Pfalz am Freitag auf einen Wert von 73,2. Das war zwar unter dem Bundesdurchschnitt von 96, aber für Rheinland-Pfalz der höchste Wert seit dem 3. Februar.

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