Deutschland

Söder fordert Millionen Corona-Schnelltests pro Tag in Deutschland – für "mehr Freiheiten"

Söder warnt zwar vor der dritten Corona-Welle, empfiehlt aber die Öffnung von Friseuren und Blumenläden in Bayern. Seine Perspektive: Millionen Schnelltests pro Tag. "Denn wer geimpft ist und wer getestet ist, hat automatisch mehr Möglichkeiten [...] und mehr Freiheiten."
Söder fordert Millionen Corona-Schnelltests pro Tag in Deutschland – für "mehr Freiheiten"Quelle: www.globallookpress.com © Peter Kneffel / dpa

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder laviert zwischen Lockerungen und scharfen Warnungen vor einer dritten Corona-Welle. Auf einer Sitzung des CSU-Vorstands am Montag in München betont Söder nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur, es brauche eine Mischung aus Souveränität und Offenheit, die richtige Balance, die immer schwieriger zu bekommen sei  – "sonst kommt die dritte Welle unvermeidlich".

Die Pandemie sei in einer sehr sensiblen und schwierigen Phase angekommen – zwischen Hoffnungen auf Lockerungen und Sorgen vor den Mutationen. Die Wirkung der bisherigen Maßnahmen zum Infektionsschutz ließe nach. "Es stagniert und in einigen Bundesländern steigt die Inzidenz wieder an", sagte Söder. Es bestehe daher die Gefahr, dass Deutschland in drei bis vier Wochen vor ähnlichen Herausforderungen stehe wie im vergangenen Dezember. Zudem breite sich die britische Mutation des Coronavirus weiter aus. Seit Jahresbeginn habe sich deren Anteil in Bayern von fünf auf 28 Prozent erhöht.

Trotz der eindringlichen Warnung kündigt Söder an, dass ab dem 1. März in Bayern Friseure, körpernahe Dienstleistungen wie Fußpflege, Gärtnereien und Blumenläden wieder öffnen dürften. Er argumentierte die Lockerung der Gartenmärkte mit der Verderblichkeit der Ware. Außerdem werde sonst "dieses ganze Blumengeschäft nur bei Discountern stattfinden, und dann werden die Discounter überrannt". Daher mache die Anpassung Sinn.

Hintergrund des Lavierens könnten die fallenden Zufriedenheitswerte mit Söder und der bayerischen Landesregierung sein. Letzte Woche veröffentlichte die Augsburger Allgemeine Zeitung Umfragewerte des Meinungsforschungsunternehmen Civey. Demzufolge lag die Zufriedenheit mit der Arbeit von Söder nur noch bei 48,3 Prozent. Ende Januar 2021 war sie zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Krise unter 50 Prozent gerutscht. Civey gibt folgende Werte an:

  • 12. Februar 2021: 48,3 % zufrieden, 42,4 % unzufrieden
  • 28. Januar 2021: 49,3 % zufrieden, 41,1 % unzufrieden
  • 10. Januar 2021: 52,4 % zufrieden, 37,2 % unzufrieden
  • 5. Dezember 2020: 53 % zufrieden, 36 % unzufrieden
  • 12. Oktober 2020: 53,8 % zufrieden, 35,1 % unzufrieden
  • 6. September 2020: 56,6 % zufrieden, 34,5 % unzufrieden
  • 1. August 2020: 60,7 % zufrieden, 29,7 % unzufrieden
  • 8. Juni 2020: 56,8 % zufrieden, 32,5 % unzufrieden
  • 3. Mai 2020: 61,7 % zufrieden, 29,3 % unzufrieden
  • 15. April 2020: 71,1 % zufrieden, 19,2 % unzufrieden
  • 10. März 2020: 51,9 % zufrieden, 28,8 % unzufrieden
  • 3. Februar 2020: 47,8 % zufrieden, 31,9 % unzufrieden

Um die Lockerungen abzusichern, fordert Söder eine drastische Erhöhung der Corona-Tests in Deutschland: "Das Testen muss massiv ausgebaut werden." Man bräuchte Millionen Corona-Schnelltests pro Tag. Diese seien eine Art Sicherheitsschranke.

"Denn wer geimpft ist und wer getestet ist, hat automatisch mehr Möglichkeiten, sich zu bewegen, und mehr Freiheiten."

Um das zu erreichen bräuchte es dringend mehr Zulassungen für "alle Formen der Schnelltests", auf die Söder "händeringend" warte. Zudem brauche es eine digitale App, auf der die Testergebnisse gespeichert werden, damit diese jederzeit vorgezeigt werden können. Söder betont:

"Dies ist noch eine logistische Herausforderung, die dringend und so schnell wie möglich auf nationaler Ebene gemacht werden muss."

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(rt/dpa)

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