Deutschland

Wegen Spahns Äußerung: Einzelhändler stürzt sich ins Verderben

Bernd Wegmann ist frustriert. Weil er sich auf die Aussage von Gesundheitsminister Jens Spahn vom September verlassen hat, wonach der Einzelhandel nicht mehr schließen muss, ist er nun in großen Schwierigkeiten. Denn er hatte daraufhin für seine sechs Modegeschäfte die Winterware bestellt, auf der er nun sitzenbleibt.

"Das ist im Nachhinein schon sehr bitter, wenn man dann doch wieder schließen muss", sagte der Unternehmer. Sein Lager ist nun voll, mit einer Ware im Wert von 500.000 Euro.

Zudem ist auch die Sommerware schon auf dem Weg und muss abbezahlt werden. Seit Monaten hangelt er sich nun schon von Woche zu Woche, mit der Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung. Aber die ist nicht in Sicht.

"Man könnte schon fast sagen, man ist über dem Punkt der Enttäuschung hinaus", beklagt sich der Unternehmer mit Blick auf die Politik.

Bernd Wegmann ist nur einer unter vielen Einzelhändlern, die mit der Corona-Politik der Bundesregierung hadern. Viele sehen sie als gescheitert an. Laut dem Deutschen Handelsverband könnte eine Insolvenz-Welle mehr als 50.000 Unternehmen und über 600.000 Arbeitsplätze als Folge des Lockdowns mit sich reißen.

Am Dienstag lädt Wirtschaftsminister Peter Altmaier mehr als 40 Verbände zu einem "Wirtschaftsgipfel" ein. Themen sind die aktuelle Lage der Wirtschaft, die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie, die beschlossenen Wirtschaftshilfen und mögliche Öffnungsperspektiven. Die Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März war von betroffenen Branchen heftig kritisiert worden. Außerdem beklagen Verbände eine schleppende Auszahlung staatlicher Hilfen und zu viel Bürokratie.

Mehr zum Thema - "Es braucht einen Automatismus": Wirtschaftsverbände fordern klare Lockdown-Öffnungsstrategie

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