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Nach Brand in Nürnberger Kraftwerk: Energieversorger warnen vor zunehmender Kälte in den Häusern

In Nürnberg ist bei Minustemperaturen ein Kraftwerk ausgefallen. Grund ist ein inzwischen gelöschter Großbrand. Etwa 15.000 Menschen sind betroffen. Die Heizung soll laut Energieversorger nicht komplett ausfallen – in den Häusern soll es jedoch spürbar kälter werden.
Nach Brand in Nürnberger Kraftwerk: Energieversorger warnen vor zunehmender Kälte in den HäusernQuelle: www.globallookpress.com © Daniel Karmann / dpa

Schnee und Eis beherrschen weiter große Teile Deutschlands. Hunderte Menschen steckten in der Nacht etwa auf der A2 fest und mussten in ihren Fahrzeugen ausharren – einige mehr als 16 Stunden. In Nürnberg haben die Bewohner einiger Stadtteile in ihren Wohnungen – trotz eisiger Temperaturen – derzeit aber mit "angepasster" Wärmezufuhr zu kämpfen. Grund dafür ist, dass es am späten Montagnachmittag in Nürnberg im Kraftwerk "Franken" zu einem Großbrand gekommen war. Das Feuer wurde inzwischen gelöscht.

Die Stadt Nürnberg hat mittlerweile den Katastrophenfall ausgerufen. Trotz Minusgraden musste das Großkraftwerk vorübergehend außer Betrieb genommen werden. Damit entfällt auch eine wichtige Wärmezufuhr im Gesamtnetz des Energieversorgers N-ERGIE. Etwa 15.000 Menschen sind davon betroffen.

In zwei Stadtteilen – Gebersdorf und Röthenbach – ist derzeit die Fernwärmeversorgung beeinträchtigt. Betroffen seien 1.150 Anschlusspunkte. Nach Angaben des Energieunternehmens seien darunter neben den Haushalten unter anderem auch große Betriebe, eine Klinik, Schulen, ein Einkaufszentrum sowie zwei Alten- und Pflegeeinrichtungen.

Der Energieversorger hat die Fernwärme-Kunden dazu aufgerufen, in den betroffenen Stadtteilen sparsam zu heizen. Auch der Warmwasserbedarf soll auf ein Mindestmaß reduziert werden. Denn die Wärmezufuhr könne teilweise, aber bei der Kälte nicht komplett über das Heizkraftwerk der N-ERGIE in Nürnberg-Sandreuth aufgefangen werden. Bei diesen Temperaturen sei dies "kritisch". Demnach muss die Netzstruktur angepasst werden, was unter anderem durch die vorübergehende Drosselung der Wärmezufuhr einiger Abnehmer geschieht. Ein Sprecher des Energieunternehmens teilte weiter mit: 

"Wir gehen momentan nicht davon aus, dass die Heizungen komplett ausfallen. Es wird aber spürbar kälter in den Häusern werden."

Der Deutsche Wetterdienst sagt für die kommenden Tage nächtliche Tiefstwerte bis zu minus 13 Grad voraus.

Die Stadt hat inzwischen auch ein Bürgertelefon unter der Nummer 0911/ 64 37 58 88 eingerichtet.

An die Betroffenen würden nach Angaben der Stadtverwaltung schriftliche Bürgerinformationen verteilt. "Zum einen an die Bewohner größerer Wohnblocks, in denen die N-ERGIE die Wärmeleistung bereits auf 10 bis 15 Grad gedrosselt hat. Zum anderen an alle Haushalte, die im betroffenen Gebiet an die Fernwärme angeschlossen sind." 

"Diese werden dazu aufgerufen, die Heiztemperatur auf 15 Grad abzusenken, um das Netz zu entlasten."

Die Stadt teilte weiter mit, dass die beiden Alteneinrichtungen in den betroffenen Stadtteilen – das Senioren- und Pflegezentrum St. Elisabeth in der Insinger Straße 1 und die Seniorenresidenz Schloss Stein in der Rednitzstraße 70 – sowie die Sana Klinik in der Weiltinger Straße 11 in den nächsten Stunden separat versorgt werden sollen.

Die Brandursache in dem Großkraftwerk des Betreibers Uniper ist noch immer unklar. Das Feuer war demnach im Erdgeschoss des Kraftwerksblocks I ausgebrochen und hatte sich nach Angaben der Feuerwehr bis auf eine Höhe von 80 Metern ausgebreitet. Die Brandermittler der Kriminalpolizei sollen in den nächsten Tagen nach der Ursache für das Feuer suchen. Das Kraftwerk deckt bei extrem kalten Temperaturen die Spitzenlast im Fernwärmenetz der N-Ergie ab.

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