Deutschland

Trotz doppelter Impfung: 14 Altenheim-Bewohner bei Osnabrück positiv auf Coronavirus getestet

Wieder gibt es einen Corona-Ausbruch in einem Altenheim – diesmal aber waren die Bewohner schon zweimal geimpft. Schwere Verläufe gibt es nach Angaben des Landkreises Osnabrück aber nicht. Patientenschützer fordern nun eine engmaschige Überwachung in Pflegeheimen nach der zweiten Impfung.
Trotz doppelter Impfung: 14 Altenheim-Bewohner bei Osnabrück positiv auf Coronavirus getestetQuelle: www.globallookpress.com © Manfred Segerer via www.imago-images.de

In einem Alten- und Pflegeheim in Belm im Landkreis Osnabrück hat es trotz Impfung einen Ausbruch der britischen Corona-Variante gegeben. Bei 14 Senioren sei das als besonders ansteckende geltende Virus B.1.1.7. nachgewiesen worden – obwohl alle Bewohner am 25. Januar zum zweiten Mal geimpft worden seien, teilte der Landkreis am Sonntag mit. In der Erklärung heißt es:

"Aufgefallen war ein positiver Befund im Rahmen der täglichen Schnelltests der Mitarbeiter am 2. Februar. Daraufhin hat das Altenheim sofort reagiert und alle Bewohner und Mitarbeiter getestet. Als dabei acht Bewohner positive Befunde erhalten hatten, sind bei der anschließenden kompletten Testung und Typisierung der Bewohner die 14 Fälle der britischen Variante zum Ende der vergangenen Woche nachgewiesen worden."

Fünf der Mitarbeiter wohnen in Nachbarkreisen, daher habe der Landkreis Osnabrück die dortigen Gesundheitsämter über die Quarantäne informiert. Für die negativ getesteten Mitarbeiter bedeute die Pendel-Quarantäne, dass sie nur für den Weg zur Arbeit ihre Wohnungen verlassen dürfen. Ebenfalls in dem Altenheim untergebracht, aber baulich von den Pflegestationen getrennt, sei ein ambulanter Pflegedienst. Dessen Mitarbeiter würden auch vorsorglich auf Corona getestet.

Das Heim, alle Mitarbeiter und deren Familien wurden unter Quarantäne gestellt. Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz forderte das Gesundheitsministerium zu engmaschiger Überwachung in Pflegeheimen nach der zweiten Impfung auf. Andernfalls gäbe es keine verlässlichen Daten dazu, welche Gefahr die Mutation für die Hochrisikogruppe bedeute.

Bisher gebe es nur asymptomatische oder leichte Verläufe der Erkrankung bei den Bewohnern, was eine positive Wirkung der Impfung sein könne, sagte der Pressesprecher des Landkreises Osnabrück, Burkhard Riepenhoff, mit Verweis auf Angaben des zuständigen Amtsarztes. Geimpft worden sei mit dem Produkt von Biontech/Pfizer. Wann sich die Bewohner genau infiziert haben, sei unklar.

Es zeichne sich immer mehr ab, dass geimpfte Menschen nicht immun gegen das Coronavirus seien und es auch weitergeben könnten, sagte Brysch. Die Impfung könne aber hilfreich sein, um den Ausbruch der Krankheit zu verhindern. "Das muss kein Schreckensszenario sein, wir werden mit dem Virus leben", erklärte er.

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(rt/dpa)

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