Deutschland

Haarige Angelegenheit: Kramp-Karrenbauer untersagt Friseure in Kasernen

Während die meisten Friseurläden derzeit geschlossen sind, durften sich Soldaten der Bundeswehr bis vor kurzem weiterhin stylen lassen. Nach Beschwerden einiger Friseure untersagt Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer das Haareschneiden auch in Kasernen.
Haarige Angelegenheit: Kramp-Karrenbauer untersagt Friseure in KasernenQuelle: www.globallookpress.com © Rainer_Droese via www.imago-images.de

In den Kasernen der Bundeswehr dürfen Friseure wegen der COVID-19-Pandemie vorerst keine Haare mehr schneiden. Die dort tätigen Friseure müssen ihre Arbeit mit sofortiger Wirkung einstellen.

Die Ausnahmeregelung hatte unter Friseuren für Aufregung gesorgt. Die Geschäftsführerin des bayerischen Landesinnungsverbands des Friseurhandwerks, Doris Ortlieb, sagte der Augsburger Allgemeinen:

"Es geht nicht an, dass sich Fußballer oder eben auch Soldaten professionell die Haare schneiden lassen, alle anderen dies aber nicht dürfen und ja meistens auch nicht tun."

Es rufe großen Unmut hervor, wenn manche Friseure Soldaten die Haare schneiden könnten, andere aber ihre Salons geschlossen halten müssten, so Ortlieb. Wie der Merkur am Donnerstag berichtete, haben sich auch Zivilangestellte, die sich im Bundeswehrareal aufhielten, ihre Frisuren nebenbei richten lassen. So zum Beispiel ein Elektriker, der sich nach einem erfüllten Auftrag der Bundeswehr noch schnell die Haare schneiden ließ. Nur durch Zufall habe sich herausgestellt, dass eine Friseurin nicht nur Soldaten, sondern eben auch Zivilbeschäftigte bediente. 

Das Verteidigungsministerium reagierte: Eine Ministeriumssprecherin erklärte der Augsburger Allgemeinen am Freitag, Annegret Kramp-Karrenbauer habe am Donnerstag entschieden, dass Friseursalons in Bundeswehrkasernen bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Entsprechende Angebote seien per Erlass untersagt worden.

Auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes hatten Soldaten bislang auch in Pandemiezeiten die Dienste von Friseuren in militärischen Liegenschaften in Anspruch nehmen dürfen. Nach Angaben des Ministeriums war dies etwa wegen des geforderten "korrekten Erscheinungsbilds" von Soldatinnen und Soldaten erforderlich. Es diene auch dem korrekten Sitz beispielsweise einer ABC-Maske. Eigenes Personal – also Friseure unter den Soldaten – habe die Bundeswehr nicht, teilte die Behörde mit.

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