Deutschland

Nach Wilhelmshaven nun Stade: Weiterer Standort für LNG-Terminal auf der Kippe

Bis zum Jahr 2026 sollte im niedersächsischen Stade ein Terminal für Flüssig-Erdgas (LNG) entstehen. Laut einem aktuellen Gutachten wäre es jedoch nicht genehmigungsfähig, unter anderem wegen der Nähe zu einem Chemiewerk, und stelle eine potenzielle Gefahr dar.
Nach Wilhelmshaven nun Stade: Weiterer Standort für LNG-Terminal auf der KippeQuelle: www.globallookpress.com © Julian Stratenschulte/dpa/ Global Look Press

Für einen weiteren geplanten Standort eines LNG-Terminals in Stade hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) jetzt ein Gutachten vorgelegt, wonach ein dort geplantes LNG-Terminal nicht genehmigungsfähig wäre. Die DUH würde notfalls dagegen klagen.

Auch für ein geplantes Flüssigerdgas-Terminal in Wilhelmshaven hatte ein Rechtsgutachten, das ebenfalls im Auftrag der DUH erstellt worden war, im vergangenen Jahr festgestellt, dass es aus Umweltschutzgründen nicht genehmigungsfähig ist. Der in Wilhelmshaven federführende Energiekonzern Anfang teilte zudem Anfang November mit, dass es zu wenig konkretes Interesse von Partnern gebe, dort Kapazitäten für Importe des Rohstoffes fest zu reservieren, eine geringere Dimension und kürzere Laufzeit wurden geprüft. Die Pläne für den Wilhelmshavener LNG-Hafen stoppte das Unternehmen noch im November.

Verflüssigtes Erdgas (liquified natural gas), kurz LNG, gilt unter Befürwortern als möglicher "Brückenträger" in der Energiewende, doch gibt es aus verschiedenen Gründen erhebliche Kritik an seiner stärkeren Nutzung.

Die DUH hält Flüssiggas-Terminals für überflüssig und gefährlich. Die Nutzung von Flüssiggas (LNG) wird auch von Experten der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) kritisch bewertet, weil sich die Preise dafür schnell verändern können. Zudem fördert vor allem Katar den Rohstoff, die Blockade des Landes durch arabische Staaten wurde Anfang dieses Jahres aufgehoben. Auch die USA wollen in großem Maßstab Flüssiggas nach Europa exportieren und behindern aus diesem Grund mit allen möglichen diplomatischen und undiplomatischen Mitteln den Weiterbau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zwischen Russland und Deutschland. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) befand neue LNG-Terminals in Europa für überflüssig, weil die vorhandenen Kapazitäten ausreichten, so ein Bericht im vergangenen Sommer.

Laut dem Gutachten der DUH würde durch das Terminal in Stade zum einen der Schiffsverkehr auf der Unterelbe auf gefährliche Weise behindert. Zudem sei der geplante Bau eines Flüssiggashafens in der Nähe einer Chemiefabrik und einem Atommülllager eine potenzielle Gefahr und mit dem Störfallrecht nicht vereinbar. In Stade sollte das verflüssigte Erdgas auf Tankwagen umgeladen und dann zu den Abnehmern wie Tankstellen, Bunkerschiffen und Industrieunternehmen in Polen, Deutschland und Österreich transportiert werden. Weiterhin würde das Terminal in Stade Natur- und Vogelschutzgebiete bedrohen. Deshalb will die DUH auch gegen das LNG Terminal in Stade klagen, sollte es genehmigt werden.

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