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"Röttgen ist viel mehr als nur ein Außenseiter" – CDU-Abgeordneter Heinrich zur Vorsitzwahl

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich wagt im Interview mit RT DE einen Ausblick auf die Wahl zum Bundesvorstand der Partei am Samstag. Alle drei Kandidaten hätten Leitungs- und Führungserfahrung : Merz als Fraktionsführer, Laschet als Ministerpräsident in NRW und Röttgen als Umweltminister.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich sieht bei allen drei Kandidaten Potential. Auf die Frage, was die Kandidaten voneinander unterscheide, antwortete Heinrich:

"Zwei von ihnen haben Regierungserfahrung. Alle haben Leitungs- und Führungserfahrung."

Friedrich Merz habe die Fraktion geleitet, er habe sich mit Kompetenzen im Finanz- und Wirtschaftsbereich ausgezeichnet. Norbert Röttgen verfüge über Regierungserfahrung,  "gerade zur Zeit, als die Energiewende anstand", so Heinrich. Und Armin Laschet führe das größte deutsche Bundesland.

"Herr Röttgen steht sehr stark – das hat er auch mit Herrn Laschet gemein – für Internationalität. Laschet, was das Europäische Parlament angeht, was die Ausschüsse im Bundestag angeht. Herr Röttgen hat sich einen sehr guten Namen gerade in diesem Jahr in außenpolitischen Themen gemacht."

Der CDU-Abgeordnete räumt demjenigen die besten Chance ein, der die "Lager-Frage" lösen könne. Es gebe das Merz-Lager und das Laschet-Lager. Dann sei da noch Norbert Röttgen – ohne Lager.

"Aber was passiert denn, wenn einer von den anderen beiden gewählt ist? Mit wem können wir dann die Einigung, das Gemeinsame besser fortbringen, dann steht da der Name Herr Röttgen. Dem gebe ich nicht nur eine Außenseiterchance, sondern ich vermute, dass, wenn sich die Zahlen der letzten Woche in Wahlergebnisse umschlagen, es Herr Röttgen wird."

Auch wenn Angela Merkel den Bundesvorsitz zwei Jahre vor Beendigung ihrer Kanzlerschaft abgab, sei das Amt des Vorsitzenden laut Heinrich eng mit der Kanzlerkandidatur verknüpft. 

"Aus unserer Kultur, aus unserer Erfahrung ist das so gut wie immer so gewesen."

Zum großen Erbe von Angela Merkel, die die CDU 18 Jahre lang geführt hatte, machte Heinrich deutlich:

"Man muss sich am Amt messen lassen, nicht an den Vorgängern. Es gibt viele Maßstäbe, die sie nicht erreichen können, deswegen müssen sie eigene Maßstäbe setzen."

Heinrich spricht von einem sehr zivilisierten Wahlkampf. Es sei ein aufrichtiges Miteinander-Ringen gewesen, weswegen Heinrich davon ausgeht, dass sich die unterlegenen Kandidaten am Samstag hinter den Sieger stellen werden. Ob die jeweiligen Lager das dann auch tun, bleibe allerdings abzuwarten.

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