Deutschland

Silvesternacht: 24-Jähriger stirbt bei Unfall mit Feuerwerkskörper, Supermarkt brennt aus

In der Silvesternacht waren die Straßen in Deutschland leerer als sonst zum Jahresende. Geböllert wurde trotz des Verkaufsverbots. Trotzdem spricht die Polizei von einer insgesamt ruhigen Nacht. Zu einigen Zwischenfällen kam es allerdings dennoch.
Silvesternacht: 24-Jähriger stirbt bei Unfall mit Feuerwerkskörper, Supermarkt brennt ausQuelle: www.globallookpress.com © 7aktuell.de Kevin Lermer via w/www.imago-images.de

Ein 24-jähriger Mann ist in Brandenburg bei einem Unfall mit Pyrotechnik gestorben. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde in Rietz-Neuendorf bei Frankfurt/Oder um kurz nach Mitternacht selbst gebaute Pyrotechnik gezündet, wie ein Sprecher des Lagedienstes am frühen Freitagmorgen mitteilte. Es habe sich um nicht käuflich zu erwerbende Feuerwerkskörper gehandelt. Details zum genauen Unfallablauf waren zunächst unklar.

Das Opfer soll sich mit einer Gruppe auf einem unbebauten Privatgrundstück aufgehalten haben. Weitere Verletzte habe es nicht gegeben, sagte der Sprecher. Ein Entschärfer-Team der Polizei habe auch nicht gezündete Pyrotechnik sichergestellt.

Ebenfalls in Brandenburg verlor ein 63-jähriger Mann eine Hand, als er mit einem illegalen Böller hantierte und dieser sich entzündete. Überhaupt knallten in vielen Städten trotz des Verkaufsverbots zahlreiche Böller und Raketen – besonders in Berlin. Wie andernorts sprach die Polizei auch dort trotzdem von einer insgesamt ungewohnt ruhigen Silvesternacht.

Im thüringischen Schmalkalden wurde ein 24 Jahre alter Mann durch einen zu früh explodierenden Böller schwer verletzt. Wie die Polizei in Thüringen am Freitagmorgen mitteilte, hatte der Mann den Böller selbst gezündet. Er habe schwere Verletzungen im Gesicht erlitten. Zu befürchten sei, dass der Mann in Folge des Unfalls erblinde. Er wurde am Abend zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht.

In Berlin-Buckow ging ein rund 800 Quadratmeter großer Supermarkt in Flammen auf und stürzte teils ein. In einem Teil des Gebäudes schienen Feuerwerkskörper gelagert worden zu sein, die explodierten und durch die Gegend flogen, wie ein Feuerwehrsprecher schilderte. Die rund 100 angerückten Einsatzkräfte konnten nur von außen gegen die Flammen kämpfen. Menschen seien nicht in Gefahr, hieß es. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

In Leipzig brannten sieben Geländewagen der Bundeswehr auf dem Gelände eines Autohandels aus. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

In Essen setzten rund 30 Jugendliche zunächst Mülltonnen in Brand und bewarfen dann anrückende Feuerwehrkräfte massiv mit Böllern, wie ein Polizeisprecher sagte. Zur Verstärkung eilende Polizisten seien ebenfalls mit Feuerwerkskörpern beworfen worden. Einen 16-Jährigen nahmen die Beamten schließlich fest, verletzt wurde keiner der Einsatzkräfte.

In Berlin, aber auch andernorts musste die Polizei zudem immer wieder kleinere Menschengruppen auflösen. Mehr als 80 "Regelbrecher" wurden dort vorübergehend festgehalten wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz, wie ein Sprecher sagte.

Mindestens drei Beamte wurden demnach im Einsatz leicht verletzt, konnten den Dienst aber fortsetzen. Polizeisprecherin Patricia Brämer fand dennoch lobende Worte. "Wir möchten uns bei den vielen Berlinerinnen und Berlinern bedanken, die sich an die Verordnungen gehalten haben."

Am Brandenburger Tor herrschte ungewohnte Leere. Das ZDF strahlte seine traditionelle Silvestershow live, aber ohne Publikum vor Ort aus, der Applaus kam vom Band. Fernsehzuschauer konnten sich bewerben, um über Video in der Sendung "Willkommen 2021"" eingeblendet zu werden. Im Showprogramm traten Álvaro Soler, Vicky Leandros und Jürgen Drews mit Tochter Joelina auf. Thomas Gottschalk grüßte per Videoschalte aus Baden-Baden.

Mehr zum Thema - Merkels Neujahrsansprache: "Verschwörungstheorien sind zynisch und grausam"

(rt/dpa)

Sehr geehrte RT DE-Leser,

wir sind auf einen neuen Dienst für die Kommentarfunktion umgestiegen.

Da wir die Privatsphäre unserer Leser respektieren und Ihre Daten nicht an eine Drittplattform übermitteln werden, müssen Sie sich erneut registrieren. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeit und hoffen, dass sie sich weiterhin mittels der Kommentarfunktion über aktuelle Themen austauschen und informieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre RT DE-Redaktion