Deutschland

"Großartiger Tag für Deutschland": Spahn ruft vor Impfstart zu "nationalem Kraftakt" auf  

Am Sonntag beginnt in Deutschland die Impfkampagne gegen das Coronavirus. Das sei der "entscheidende Schlüssel, diese Pandemie zu besiegen", erklärte Gesundheitsminister Spahn. Auswirkungen auf den Lockdown haben die Impfungen nicht, denn erst Mitte kommenden Jahres sollen diese "in der Fläche" erfolgen.  

Vor dem Start der größten Impfkampagne in der deutschen Geschichte hat Gesundheitsminister Jens Spahn zu einem "nationalen Kraftakt" aufgerufen, um so viele Menschen wie möglich gegen das Coronavirus zu immunisieren. "Wir wollen so viele Menschen impfen, dass das Virus keine Chance mehr hat, in Deutschland und in Europa", sagte der CDU-Politiker am Samstag in Berlin.

Jede Impfung mehr bedeute weniger Infektionen und weniger Todesfälle. "Wer mitmacht, rettet Leben", betonte Spahn. "Dieser Impfstoff ist der entscheidende Schlüssel, diese Pandemie zu besiegen. Er ist der Schlüssel dafür, dass wir unser Leben zurückbekommen können."

Die Corona-Impfungen sollen in Deutschland am Sonntag beginnen. Bereits am Samstag wurden die ersten Dosen an die Bundesländer ausgeliefert, wo sie an Impfzentren und mobile Teams verteilt werden sollen. Zuerst sollen Menschen über 80 sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden.

Spahn sprach von einem "großartigen Tag für Deutschland". Er betonte, dass das Land gut auf die Impfaktion vorbereitet sei. "Die Impfzentren sind startklar, die Impfteams stehen." Der Gesundheitsminister bereitete aber auch darauf vor, dass angesichts der Größe der Kampagne vielleicht nicht alles sofort ganz glatt laufen wird. "Es wird an der einen oder anderen Stelle auch mal ruckeln, das ist ganz normal."

Spahn bekräftigte das Ziel, Mitte des kommenden Jahres "mit dem Impfen in die Fläche zu gehen und jedem der will, ein Impfangebot zu machen". Bis Ende dieses Jahres würden 1,3 Millionen Impfdosen ausgeliefert, im Januar rechne er mit fast 700.000 Dosen pro Woche. Bis Ende März sei von mehr als 10 Millionen Dosen des Herstellers Biontech auszugehen, hinzu kämen weitere 1,5 Millionen Dosen, wenn Anfang Januar der Moderna-Impfstoff in der Europäischen Union zugelassen werde. 

Spahn verteidigte das gemeinsame europäische Vorgehen bei der Zulassung des Impfstoffs. "Wir wollten keinen nationalen Alleingang mit einer Notzulassung. Wir wollten und werden in Europa auch und gerade in dieser Krise zusammenstehen." Das europäische Verfahren war kritisiert worden, weil die Zulassung des Impfstoffs in der EU so deutlich später als zum Beispiel in Großbritannien erfolgte.

Allerdings ist nicht zu erwarten, dass der Startschuss für die Impfkampagne Auswirkungen auf den Lockdown haben wird. Der Corona-Impfstart werde "die Epidemie vorerst nicht beeinflussen", mahnt der Kieler Infektionsmediziner Prof. Helmut Fickenscher vor voreiligen Hoffnungen. "Dies liegt daran, dass wir einfach viel zu viele Leute zu impfen haben und noch längere Zeit nicht genügend Impfstoff zur Verfügung haben werden", so der Direktor des Instituts für Infektionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten.

Eine günstige Corona-Entwicklung 2021 hänge laut Fickenscher davon ab, ob die weitgehende Durchimpfung der Bevölkerung – seien es nun 60 oder 80 Prozent – vor dem Winterhalbjahr 2021/2022 abgeschlossen sein wird. Vor Ostern rechnet Fickenscher nicht mit deutlichen Lockerungen der Corona-Auflagen.

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(rt/dpa)

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