Deutschland

Harter Lockdown gilt nicht für Profisportler: Bundesliga und Co von Maßnahmen ausgenommen

Geschäfte und Schulen machen ab Mittwoch dicht, der Profisport darf weiter sein volles Programm abspulen. Was im Frühjahr für viele ein Politikum darstellte, ist zur Normalität geworden. Vertreter der Bundesliga sind über die Ausnahmeregelung erfreut.
Harter Lockdown gilt nicht für Profisportler: Bundesliga und Co von Maßnahmen ausgenommenQuelle: www.globallookpress.com © Hanno Bode via www.imago-images.de

Ab Mittwoch wird zum zweiten Mal in diesem Jahr das öffentliche Leben drastisch heruntergefahren, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Vom ersten harten Lockdown im Frühjahr war auch der Profisport betroffen.

Anders als damals darf der Profisport nun aber weitermachen wie zuletzt. So wird der Bundesliga-Betrieb planmäßig fortgeführt. Dies geht aus dem Beschluss der Bund-Länder-Runde mit Kanzlerin Angela Merkel am Sonntag hervor, in dem der Profisport nicht explizit erwähnt wird. Auch bei der anschließenden Pressekonferenz waren Fußball, Handball und Co, die seit dem Teil-Lockdown Anfang November vor leeren Zuschauerrängen stattfinden, kein Thema.

Vom Tisch sind mit dem neuen harten Lockdown aber etwaige Hoffnungen auf Lockerungen in der Zuschauerfrage, die angesichts der Entwicklung der letzten Wochen ohnehin kaum noch Nahrung fanden. Vertreter der Fußball-Bundesliga sind trotz riesiger finanzieller Verluste ohne Publikum dankbar, dass auch in der aktuellen Zeit weitergespielt werden darf. "Wir sind alle froh, dass wir Fußball spielen dürfen. Es ist für alle viel, klar. Aber wir dürfen spielen", sagte etwa Gladbachs Trainer Marco Rose. Vereinsmanager Max Eberl hatte bereits am Samstagabend im ZDF-Sportstudio erklärt, dass der Sport bislang keine Signale für einen erneuten Stopp erhalten habe.

Dass die nun schon neun Monate dauernde Krise trotzdem großen Einfluss auf die Zukunft der Profiligen und Sportvereine nimmt, ist unbestritten. "Das wird massive Spuren in den Bilanzen der Clubs hinterlassen", hatte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DLF), Christian Seifert, am vergangenen Montag bei der Mitgliederversammlung der 36 Proficlubs vorausgesagt. Neben den Zuschauereinbußen nannte Seifert einen Einbruch der Summen auf dem Transfermarkt sowie rückläufige Sponsorenleistungen als Kern der Corona-Problematik für Proficlubs.

Die Vereine der Fußball-Bundesliga verlieren zwar mit den Geisterspielen riesige Summen, sind wegen der TV-Gelder aber darauf angewiesen, zumindest vor leeren Rängen spielen zu dürfen. Den Verlust an Zuschauergeldern bezifferte Seifert auf insgesamt "etwa 650 Millionen Euro" während der laufenden Saison. Die Risiken seien deutlich größer, "als das bisher von dem einen oder anderen Club wahrgenommen wird", verdeutlichte Seifert. "Diese Erkenntnis wird sehr bald ankommen."

Im Frühjahr war die Bundesliga ab Mitte März für mehr als zwei Monate unterbrochen worden, bevor es in leeren Arenen und mit Hygienekonzept weiterging. Andere Sportarten wie Eishockey oder Handball brachen ihre Saison komplett ab und pausierten wesentlich länger. Seit dem Teil-Lockdown Anfang November sind in Deutschland nicht nur Zuschauer beim Profisport untersagt, sondern auch der gesamte Amateur- und Juniorensport. Auch dies gilt zunächst unverändert weiter bis zum 10. Januar.

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(rt/dpa)

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