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Spahn: Lehrer und Erzieher können ab Freitag Corona-Schnelltests durchführen

Die Schnelltests auf SARS-CoV-2 rücken immer mehr in den Fokus der Politik, wenn es um das weitere Vorgehen in der Bekämpfung des Coronavirus geht. Nun sollen sich Lehrer und Erzieher in Zukunft nach einer entsprechenden Schulung selbst auf das Virus testen dürfen.
Spahn: Lehrer und Erzieher können ab Freitag Corona-Schnelltests durchführenQuelle: www.globallookpress.com © TOBIAS STEINMAURER via www.imago-images.de

Nicht nur in Pflege- und Altersheimen sollen die Schnelltests auf das Virus SARS-CoV-2 immer mehr zur Anwendung kommen. Ab Freitag sollen sie auch in Schulen und Kindergärten vermehrt Abhilfe gegen das Coronavirus schaffen. Denn anhand einer neuen Verordnung sollen die Lehr- und Betreuungskräfte ihre Testung auch allein durchführen dürfen.

Die sogenannten Antigen-Schnelltests, die innerhalb von etwa 15 Minuten zeigen sollen, ob ein negativer oder positiver Corona-Befund vorliegt, dürfen bislang nur von medizinisch geschultem Personal durchgeführt werden. Die neue Verordnung, die am Freitag in Kraft treten soll, soll laut Aussage des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn auch den Lehrern und Erziehern ermöglichen, nach einer vorherigen Schulung dann selbst testen zu dürfen. Daneben sollen auch die Schulträger bei Bedarf mit geschultem Personal Testungen vor Ort durchführen dürfen.

Der Gesundheitsminister erklärte diesbezüglich gegenüber der Funke Mediengruppe: "Kitas und Schulen beziehungsweise ihre Träger können von Freitag an eigenständig Schnelltests beziehen und nutzen". Lehrerinnen und Lehrer würden sich laut Spahn dann regelmäßig selbst testen dürfen. Grundlage dafür sind eine in Kraft tretende Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung und die kürzlich beschlossenen Änderungen des Infektionsschutzgesetzes, wodurch der Arztvorbehalt bei Schnelltests entfällt. 

Mithilfe der Schnelltests sollen die Pädagogen sowie dann auch die Kinder besser geschützt werden. Den Zeitungen sagte der CDU-Politiker: 

"Das ist eine weitere alltagstaugliche Option, um Kindern auch in Pandemiezeiten den Kita- oder Schulbesuch zu ermöglichen."

Seit Mitte Oktober kommen die Schnelltests in Pflege- und Altersheimen vermehrt zum Einsatz. Sie werden aber vom dafür geschulten Personal durchgeführt – denn einfach in der Handhabung sind die Tests nicht. Für einen aussagefähigen Abstrich muss das dazu vorliegende Wattestäbchen tief in die Nase eingeführt werden. Danach soll die Probe in ein Röhrchen mit einer Lösung gegeben werden. Die Flüssigkeit wird dann auf ein Testkit getropft, das einem Schwangerschaftstest ähnelt. Ein Ergebnis liegt je nach Hersteller in etwa 15 Minuten vor. Im Falle der Schulen plädiert der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, etwa für Hygienebeauftragte. So sagte er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zur Corona-Lage im Land: 

"Es wäre am besten, wenn ein bestimmter Lehrer zum Hygienebeauftragten ernannt würde, dieser natürlich auch entsprechend weitergebildet wird von den lokalen Behörden, um dann diese Tests sinnvoll einzusetzen."

Dazu bedürfe es einer gewissen Kenntnis, aber das sei wirklich machbar, fügte er hinzu. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, begrüßte zwar den Vorstoß des Gesundheitsministers Spahn, fügte aber auch gleich zwei Einschränkungen hinzu: "Nur für Selbsttests, kein Einsatz von Lehrkräften bei Schnelltestungen von Schülern und zweitens bei Beachtung des Freiwilligkeitsprinzips."

In Berlin gibt es derzeit sogenannte mobile Testzentren, die zu jenen Schulen und Kitas in der Stadt fahren sollen, an denen die Fallzahlen am höchsten sind. Das Personal der betroffenen Einrichtungen bekommt dann die Möglichkeit, sich einem Schnelltest zu unterziehen. Der Test wird durch qualifizierte Fachkräfte durchgeführt. Demnach sollen mithilfe dieser insgesamt acht mobilen Teststationen bis zu 200 Tests pro Tag möglich sein.

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