Deutschland

NATO plant in Ramstein neues "Weltraumzentrum" für die "Bündnisverteidigung"

Die NATO plant ein neues "Weltraumzentrum" im rheinland-pfälzischen Ramstein. In diesem sollen Informationen über mögliche Angriffe auf Satelliten koordiniert werden. Bereits 2019 planten die 30 NATO-Mitglieder, dass man auch im All aktiv werden müsse.
NATO plant in Ramstein neues "Weltraumzentrum" für die "Bündnisverteidigung"Quelle: www.globallookpress.com © Boris Roessler

Die NATO macht Ernst und rüstet sich für eine mögliche "Bündnisverteidigung" im Weltraum. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sollen die Bündnisstaaten am Donnerstag den Aufbau eines "Space-Centers" ankündigen. Dieses Weltraumzentrum soll an das Luftwaffen-Oberkommando in Ramstein angegliedert werden und in erster Linie als Koordinationsstelle für die Weltraumüberwachung dienen. Möglicherweise wird der Standort in Rheinland-Pfalz auch zu einem Kommandozentrum für Abwehrmaßnahmen ausgebaut.

In Kürze soll außerdem ein Thinktank für die Aktivitäten der NATO im Weltraum aufgebaut werden. Laut dpa sind die Standorte im nordrhein-westfälischen Kalkar und dem französischen Toulouse in der Diskussion. In Kalkar befindet sich schon heute das NATO-Kompetenzzentrum für Luftstreitkräfte. In Toulouse wird derzeit das französische Raumfahrtkommando ausgebaut, nachdem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im vergangenen Jahr angekündigt hatte, ein militärisches Weltraumzentrum aufzubauen. Der französische Präsident erklärte, das Weltall sei ein "neuer Bereich der Konfrontation". Deshalb sei es nötig gewesen, die Militärdoktrin zu ändern, um "uns im Weltraum und aus dem Weltraum zu verteidigen".

Hintergrund für das geplante Aufrüsten im All ist die im Jahr 2019 getroffene Entscheidung der 30 NATO-Mitglieder, dass das Weltall in Zukunft ein eigenes Operationsgebiet werden soll. Die Allianz will sich darauf einstellen, dass Kriege künftig auch im Weltall geführt werden. Durch den Beschluss ist es den Bündnismitgliedern nun möglich, von Alliierten die Bereitstellung von Kapazitäten für die Satellitenkommunikation anzufordern.

Außerdem wird in der Allianz intensiver darüber diskutiert, welche möglichen Angriffe aus dem oder im Weltraum als "Bündnisfall" behandelt werden. Angriffe auf Satelliten könnten im Falle eines Krieges auch genutzt werden, um Teile des öffentlichen Lebens lahmzulegen. Die Durchführung von bargeldlosem Zahlungsverkehr und auch die Navigation für den Straßen-, See- und Luftverkehr könnte so schwer beeinträchtigt werden.

Bereits 2019 hatte das US-Militär ein neues Führungskommando für Einsätze im Weltall in Betrieb genommen. US-Präsident Donald Trump erklärte dazu:

Wenn es darum geht, Amerika zu verteidigen, reicht es nicht, nur eine amerikanische Präsenz im Weltraum zu haben. Wir müssen amerikanische Vorherrschaft im Weltall haben.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte zwar, dass die NATO "nicht die Absicht hat, Waffen im Weltall zu stationieren", aber man müsse sicherstellen, dass "NATO-Missionen die passende Unterstützung haben", denn das Militärbündnis ist zunehmend von Technik aus dem All abhängig, da die Kommunikation und Navigation sowie Spionagetechniken vor allem über Satelliten läuft.

Allerdings berichtete das Militärmagazin Jane's Defence Weekly, dass das geplante Raumfahrtzentrum der USA dazu diene, Waffen in "offensiver Weise" im All zu stationieren. Auf die Nachfrage eines Reporters an Stoltenberg auf einer Pressekonferenz 2019 erklärte dieser, dass dies die "nationalen Möglichkeiten" der USA seien, die der größte Alliierte im Militärbündnis sind. Das, was die NATO plane, sei jedoch "rein defensiv". Man wolle keine Waffen im Weltall stationieren.

Jan Wörner, Leiter der europäischen Raumfahrtbehörde ESA, warnte vor einer Aufrüstung im Weltall, denn eine Militarisierung des Kosmos sei kein Fortschritt:

Ich sehe größere militärische Bewegungen im All skeptisch. Das kann das Vertrauen zerstören, das im All für eine internationale Zusammenarbeit nötig ist.

Mehr zumThemaLuftwaffe hebt in den Weltraum ab

(rt/dpa)

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team