Deutschland

Seehofer will 2021 aufhören: Mit dieser Politik kann man mich nicht mehr locken

Das politische Ende des CSU-Politikers und Bundesinnenministers Horst Seehofer zeichnet sich ab. Nach eigenen Angaben möchte er sich nach dem Ablauf dieser Wahlperiode vollständig aus dem Politgeschäft zurückziehen und ein "totales Kontrastprogramm" beginnen.
Seehofer will 2021 aufhören: Mit dieser Politik kann man mich nicht mehr lockenQuelle: AFP © Hannibal Hanschke

Er gilt als Urgestein der bayerischen Landespolitik und wusste sich auch im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu behaupten. Doch soll spätestens im nächsten Jahr Schluss sein, sagte Horst Seehofer in einem Interview mit dem Spiegel am Freitag. Nach der kommenden Bundestagswahl beginne ein "totales Kontrastprogramm zu dem, was ich seit 50 Jahren mache", sagte der 70-jährige Bundesinnenminister.

Ich bin dann ein unpolitischer Mensch. Sie werden mich in keinem Aufsichtsrat finden. Sie werden mich mit der aktuellen Politik nicht locken können, auch wenn sie mich vielleicht noch so ärgert.  

Für das Krisenmanagement der Bundeskanzlerin fand er nur lobende Worte. "Das war genau die richtige Strategie", sagte er. Allerdings liege noch eine "lange, lange Arbeitsstrecke" bis zur Überwindung der Corona-Krise vor uns, meinte Seehofer. "Und da brauchen wir die Kanzlerin."

Zu den teils heftigen Auseinandersetzungen mit Merkel während der Migrationskrise wollte er sich aber nicht äußern. "Die Virologen haben einen schönen Satz: In der Krise schaut man nicht zurück", meinte der CSU-Politiker. So ganz vom Tisch scheint das Thema aber wohl doch nicht zu sein: Er werde "vielleicht später einmal viel schreiben", so Seehofer.

Sein politischer Stern wuchs mit Ankunft im Bundestag in Berlin, wo er von 1980 bis 2008 als CSU-Abgeordneter saß. Zwischenzeitlich schaffte er als Gesundheitsminister (1992 bis 1998) und Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (2005 bis 2008) in ein Regierungskabinett. 2008 wechselte er zurück in die bayerische Landespolitik, wo er bis 2018 Ministerpräsident des Freistaates war. Danach holte ihn Angela Merkel ins Innenministerium nach Berlin zurück.

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