Gesellschaft

EU-Studie: Deutschland Spitzenreiter bei Depressionen

Die Deutschen fühlen sich im Vergleich zur Bevölkerung anderer EU-Staaten stärker von Depressionen belastet. Eine Studie zeigt, dass unter den Befragten in Deutschland eine depressive Symptomatik deutlich häufiger vorkommt als im EU-Durchschnitt.
EU-Studie: Deutschland Spitzenreiter bei DepressionenQuelle: www.globallookpress.com © Ulrich Niehoff

Eine depressive Symptomatik kommt mit 9,2 Prozent unter den Befragten in Deutschland deutlich häufiger vor als im EU-Durchschnitt mit 6,6 Prozent. Die Quote in Deutschland liegt fast an der Spitze der 25 EU-Länder, die an der Studie teilnahmen: Die Bundesrepublik hat darin den zweithöchsten Wert nach Luxemburg. Die Ergebnisse stammen aus der EU-Gesundheitsbefragung EHIS, die das Robert Koch-Institut am Mittwoch veröffentlichte. 

Die Ergebnisse für Deutschland könnten jedoch auch davon beeinflusst sein, dass hier über das Thema Depression öffentlich breit diskutiert wird und die Sensibilität dafür höher ist, als in anderen EU-Ländern, heißt es in der Studie. Darüber hinaus wäre es möglich, dass die Befragten in Deutschland eher bereit sind, psychische Symptome offen im Fragebogen zu nennen.

Wie in der Mehrheit der anderen EU-Staaten auch, waren Frauen in Deutschland (10,8 Prozent) häufiger betroffen als Männer (7,6 Prozent). Dieses Phänomen werde international diskutiert, heißt es in der Untersuchung. Neben biologischen Faktoren gehe es dabei unter anderem um die Frage, ob es bei Frauen eine größere Häufung von psychosozialen Stressfaktoren gibt.

Nach Angaben der Stiftung erkranken jedes Jahr 5,3 Millionen Deutsche zwischen 18 und 79 Jahren an einer anhaltenden depressiven Störung (8,2 Prozent). Diese Zahl erhöhe sich noch um Kinder, Jugendliche und Menschen über 79 Jahre.

Für die Gesundheitsstudie wurden insgesamt mehr als 254.000 Menschen in 25 EU-Staaten angeschrieben und unter anderem zu depressiven Symptomen befragt. Dazu zählten im Rückblick auf die vergangenen beiden Wochen etwa vermindertes Interesse, Appetitverlust, Schlafstörungen, psychomotorische Unruhe, Energieverlust, Wertlosigkeitsgefühle und Konzentrationsprobleme. In Deutschland wurden für die Studie rund 25.000 Menschen ab 15 Jahren zufällig per Stichproben aus Registern der Einwohnermeldeämter für die Befragung ausgewählt. 

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