Gesellschaft

"Horrorhaus"-Prozess: US-Gericht verurteilt Eltern zu mindestens 25 Jahren Haft

Ein Ehepaar aus Kalifornien misshandelte jahrelang seine Kinder. Nun müssen die Eltern mindestens 25 Jahre Gefängnis absitzen. Die Einzelheiten, die im "Horrorhaus" ans Licht gekommen sind, erinnern tatsächlich an einen Horrorfilm: Folter, Ketten, Unterernährung.
"Horrorhaus"-Prozess: US-Gericht verurteilt Eltern zu mindestens 25 Jahren HaftQuelle: Reuters

Ein kalifornisches Ehepaar, das seine Kinder unter grausamen Bedingungen gefangen gehalten hat, muss mindestens 25 Jahre Gefängnis absitzen. Die 50 Jahre alte Louise Turpin und ihr 57 Jahre alter Mann David sind am Freitag wegen Folter, schwerer Misshandlung und Vernachlässigung von zwölf ihrer 13 Kinder schuldig gesprochen worden. Das Strafmaß lautete 25 Jahre bis lebenslang. Wie die Los Angeles Times und andere US-Medien berichteten, müssten beide mindestens 25 Jahre absitzen, bevor sie auf Begnadigung hoffen könnten. Das Ehepaar hatte sich im Februar schuldig bekannt.

Die Vorfälle in dem sogenannten "Horrorhaus" in Perris südöstlich von Los Angeles waren Anfang 2018 ans Licht gekommen, als einer damals 17 Jahre alten Tochter die Flucht gelungen war. Das Mädchen alarmierte über ein Handy die Polizei. Ihre Flucht hatte sie zwei Jahre lang geplant. Als Polizisten das Haus aufsuchten, waren drei Kinder angekettet.

Die Details, die die Ermittler über den Fall veröffentlichten, waren allesamt grausam: Die Kinder hätten tagsüber geschlafen und seien nachts wach gewesen. Nur wenige Male im Jahr sei Duschen erlaubt gewesen. Im Haus seien verpackte Spielzeuge gefunden worden, doch die Kinder hätten damit nicht spielen dürfen. Für sich selbst hätten die Eltern genug Essen gekauft, auch Kuchen, aber ihren Kindern nur das Nötigste gegeben.

Am Freitag war es das erste Mal, dass sich einige der Kinder vor Gericht äußerten.

Meine Eltern haben mir mein ganzes Leben genommen, aber ich nehme es mir jetzt zurück", wurde eines der Opfer von US-Medien zitiert.

Eine der Schwestern ließ dagegen durch einen Anwalt erklären, sie hoffe, wieder mit ihren Eltern sprechen zu können. Sie glaube, die beiden hätten ihr Bestes gegeben.

Auch die Mutter äußerte sich vor dem Gericht in Riverside. Es tue ihr leid, dass sie ihren Kindern wehgetan habe, zitierte der Sender CNN die Frau. Sie fügte hinzu, dass sie glaube, dass Gott einen speziellen Plan für jedes der Kinder habe. (dpa)

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