
LGBTQI+-kritischer US-Komiker Dave Chappelle auf Bühne angegriffen

Nach dem Angriff auf Dave Chappelle auf einer Bühne in Los Angeles hat sich die Sprecherin des US-Comedians geäußert. "So bedauerlich und beunruhigend der Vorfall auch war, Chappelle fuhr mit der Show fort", teilte sie mehreren US-Branchenmedien mit. "Jamie Foxx und Chris Rock halfen, das Publikum mit Humor zu beruhigen, bevor Chappelle die letzten musikalischen Gäste des Abends vorstellte."
Der 48-Jährige hatte am Dienstagabend bei einer Veranstaltung des Streamingdienstes Netflix in Los Angeles auf der Bühne der Hollywood Bowl gestanden, als sich ihm ein Mann näherte. Augenzeugen beschrieben in US-Medien, dass dieser den Komiker gerammt habe und anschließend von einer Vielzahl von Menschen überwältigt worden sei. Wie die Polizei in Los Angeles gegenüber mehreren Medien bestätigte, soll der Angreifer eine Pistolen-Attrappe bei sich getragen haben, die auf Knopfdruck eine Messerklinge zum Vorschein bringt.

Es ist nach wie vor unklar, was das Motiv des Angreifers war. Chappelle werde bei den Ermittlungen zu dem Vorfall "voll und ganz kooperieren", teilte seine Sprecherin weiter mit.

In einer Mitteilung von Netflix hieß es: "Die Sicherheit von Künstlern liegt uns sehr am Herzen, und wir verteidigen nachdrücklich das Recht von Stand-up-Comedians, ohne Angst vor Gewalt auf der Bühne aufzutreten." Chappelle hatte wegen Witzen auf Kosten der LGBTQI+-Gemeinschaft zuletzt für Kontroversen gesorgt.
Vorbild Will Smith?
Der Vorfall schien die Befürchtungen in der Comedy-Szene zu bestätigen, dass der Angriff von Will Smith auf Chris Rock bei der diesjährigen Oscar-Verleihung Nachahmer finden könnte. Smith wurde wegen seines Angriffs auf Rock auf der Bühne für zehn Jahre von der Oscar-Verleihung ausgeschlossen, Rock hat jedoch keine Anzeige erstattet.
Rock trat kurz nach dem Vorfall an der Seite von Chappelle auf, wie aus den in den sozialen Medien kursierenden Aufnahmen hervorgeht. Man sieht, wie er Chappelle das Mikrofon abnimmt und witzelt: "War das Will Smith?"
Chris rock after Dave Chappelle get attacked on stage “is that will smith “😂 pic.twitter.com/hw4PWZWC6y
— abdulaziz (@abdulaziz0m) May 4, 2022
Nach den jüngsten Kontroversen hat Chappelle kürzlich einen neuen Vertrag mit Netflix abgeschlossen, um weitere Comedy-Specials zu produzieren. Der Komiker sah sich letztes Jahr vonseiten der LGBTQI+-Gemeinschaft scharfer Kritik und Protesten ausgesetzt, da seine Witze in dem Netflix-Special "The Closer" als "transphobisch" bezeichnet wurden.
Im Oktober protestierten Hunderte von Menschen vor dem Netflix-Hauptquartier und forderten den Streaming-Riesen auf, "künftige Fälle von Transphobie und Hassreden zu vermeiden". Chappelle sagte in seinem Netflix-Special, dass LGBTQI+-Menschen "zu sensibel" seien und dass "Geschlecht eine Tatsache" sei. Seitdem wehrt er sich vehement gegen diejenigen, die seiner Meinung nach versuchen, ihn zu "canceln".
Der britische Komiker Jimmy Carr trat ebenfalls bei der Veranstaltung am Dienstag auf. Carr hatte Anfang des Jahres für Empörung gesorgt, nachdem er sich in seinem Netflix-Special "His Dark Material" über die Gemeinschaften der Sinti und Roma im Zusammenhang mit dem Holocaust ausgelassen hatte. "Die Hollywood Bowl Show mit dem legendären Dave Chappelle war verrückt", schrieb Carr auf Twitter. "Ich bin nur froh, dass es allen gut geht."
The Hollywood Bowl show with the legendary Dave Chappelle was crazy. Just happy everyone’s ok. pic.twitter.com/Jji0mv2ub6
— Jimmy Carr (@jimmycarr) May 4, 2022
Mehr zum Thema – "Niemand will übers Positive reden" – Britischer Komiker sorgt mit Holocaust-Witz für Aufruhr
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.