Gesellschaft

Đokovićs Vater: Teilnahme an Australian Open wegen Impfpflicht unwahrscheinlich

Nur gegen Corona geimpfte Tennisprofis dürfen am ersten Grand-Slam-Turnier im Januar in Australien teilnehmen. Der Vater des Weltranglistenersten Novak Đoković spricht von Erpressungen. Der Tennis-Superstar bezeichnet seinen Impfstatus weiterhin als reine "Privatsache".
Đokovićs Vater: Teilnahme an Australian Open wegen Impfpflicht unwahrscheinlichQuelle: www.globallookpress.com © via www.imago-images.de

Srđan Đoković, der Vater des Tennissuperstars Novak Đoković, erklärte im serbischen Fernsehsender TV Prva, dass sein Sohn aller Voraussicht nach nicht am ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres (ab 17. Januar 2022) im australischen Melbourne teilnehmen wird.

Als Grund nannte er die Umstände der Anmeldebedingungen durch die Veranstalter. In der vergangenen Woche hatte Turnierdirektor Craig Tiley bekannt gegeben, dass nur gegen COVID-19 geimpfte Tennisprofis bei den Australian Open antreten dürften.

Der Chef der Australian Open geht davon aus, dass bis zum Turnierstart im Januar rund 95 Prozent der Profispieler gegen COVID-19 geimpft sein werden. Ungeimpfte Spieler werden demnach von den Australian Open ausgeschlossen sein. Die absehbare hohe Quote der Teilnehmer sei auch der Turnierleitung zu verdanken: "Und das ist uns zu verdanken, weil wir eine Impfpflicht eingeführt haben", so Tiley.

Zu dieser Tatsache äußerte sich nun der Vater der aktuellen Nummer eins der Weltrangliste. Dem Sender B92 erklärte er:

"Jeder hat das Recht, über seine eigene Gesundheit selbst zu entscheiden. Ob man geimpft oder nicht geimpft ist, ist die ureigene Entscheidung eines jeden Einzelnen."

Niemand habe das Recht, diese persönliche Entscheidung zu hinterfragen oder zu verletzen. Der Vater von Novak Đoković stellte im Interview erneut klar: "Sie ist in der Verfassung garantiert. Jeder hat das Recht, über seine Gesundheit zu entscheiden."

Er wisse demnach nicht, welche aktuelle Entscheidung sein Sohn getroffen habe, "und wenn ich es wüsste, würde ich sie nicht mit Ihnen teilen. Er hat das Recht, so zu entscheiden, wie er will". Zugleich prangerte Srđan Đoković an, dass man nur als geimpft gilt, wenn man bestimmte Vakzine verabreicht bekommen hat. Das russische Vakzin Sputnik V sei etwa nicht anerkannt, in Serbien jedoch schon. Er fügte hinzu: "Ich bin nicht der Meinung, dass das in Ordnung ist, denn sie erkennen russische und chinesische Impfstoffe nicht an."

Schon im Juni dieses Jahres hatte Novak Đoković auf der Pressekonferenz eines Tennisturniers seine Sicht auf die gesamte Impfdiskussion erläutert: "Für mich ist das eine intime Entscheidung, und ich will kein Teil dieses Spiels für oder gegen Impfungen sein, das die Medien unglücklicherweise gerade erzeugen."

Anfang dieses Monats hatte es nun wohl Gespräche zwischen den Organisatoren und Đokovićs Team gegeben. Turnierdirektor Tiley habe unmissverständlich klargemacht, dass der Spieler und "die Entourage des Superstars vollständig geimpft sein müssen, um zu den Australian Open zu kommen und zu spielen".

Đokovićs Vater glaubt demnach nicht, dass sein Sohn seinen Impfstatus offenlegen werde. "Wir würden Novak liebend gern hier sehen, aber er weiß, dass er geimpft sein muss, um zu spielen", so Tiley zur Causa Đoković. Sein Vater sagte nun: 

"Unter diesen Erpressungen und Bedingungen wird er es wahrscheinlich nicht tun. Ich würde es nicht tun."

Er wisse aber auch nicht, wie sich sein Sohn final entscheiden wird. Träte der Serbe in Melbourne an, könnte er mit seinem 21. Grand-Slam-Titel am Schweizer Roger Federer und dem Spanier Rafael Nadal vorbeiziehen.

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