Gesellschaft

GEZ-Verweigerer Thiel im Interview: Mein Kampf gegen den Rundfunkbeitrag geht weiter

Er ist wohl Deutschlands bekanntester Rundfunkgebührenverweigerer: Georg Thiel. 181 Tage saß Thiel deswegen im Gefängnis – nun wurde er aus der Haft entlassen. Mit RT DE sprach er über seine Erfahrungen im Gefängnis und darüber, wie es nun weitergeht.

Ganz bewusst hat sich Georg Thiel entschieden, im Dienste seiner Sache auch ein halbes Jahr Gefängnis auf sich zu nehmen. Er kämpft dabei nicht primär für sich, erklärt Thiel. "Für mich persönlich vielleicht auch, aber eigentlich auch für die anderen Leute, die den Rundfunkbeitragsstaatsvertrag nicht anerkennen, das sind sehr viele […] Geringverdiener, Rentner, die einfach benachrichtigt werden, weil die alleine wohnen und den Rundfunkbeitrag bezahlen, und das finde ich auch nicht richtig […]."

Es geht Thiel aber nicht primär um den Rundfunkbeitrag an sich, sondern um die Rechte, die den öffentlich-rechtlichen Anstalten im Rundfunkbeitragsstaatsvertrag zugestanden werden – und darum, dass unabhängig vom Einkommen jeder denselben Beitrag zahlen muss.

Leben im Gefängnis weniger schlimm als erwartet

Auf den Aufenthalt im Gefängnis hat sich Thiel mental vorbereitet – und sich informiert, was auf ihn zukommt. Am Ende war es dann deutlich weniger schlimm als erwartet, erklärt Thiel. "Das ist alles, wie gesagt, ein modernes Gefängnis. Ich hatte auch überhaupt keine Verpflichtungen. Ich habe einfach nur gegessen, viel geschlafen, und die Briefe beantwortet, die mir die Leute geschickt haben, oder selber Briefe an jemanden geschrieben, um irgendwelche Informationen zu holen."

Die Forderungen des WDR an Thiel bleiben weiter bestehen. Hinzu kommen nun noch Kosten für den Aufenthalt in der JVA. Rund 3.000 Euro wird man wohl dafür von ihm verlangen, meint Thiel. Ob er die Forderungen des WDR begleichen wird, hänge davon ab, was jetzt weiter passiert. Die Kosten für den JVA-Aufenthalt zu bezahlen kann sich Thiel aber durchaus vorstellen – dies wird aber erst in der nächsten Zeit entschieden werden.

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