Gesellschaft

Mäuseplage in Australien zwingt zur Evakuierung eines Gefängnisses

Ein Ausbruch einer Mäuseplage im australischen Bundesstaat New South Wales erzwingt nach Angaben der örtlichen Behörden die Evakuierung eines Gefängnisses mit mindestens 420 Insassen und 200 Mitarbeitern.
Mäuseplage in Australien zwingt zur Evakuierung eines GefängnissesQuelle: Reuters © Daniel Munoz

Im Südosten Australiens wird Medienberichten zufolge ein Gefängnis wegen einer Mäuseplage evakuiert. Die Maßnahme sei notwendig, um die Gesundheit von Mitarbeitern und Insassen zu schützen, berichtete am Dienstag der Sender ABC unter Berufung auf die Einrichtung nahe Wellington im australischen Bundesstaat New South Wales. Peter Severin, ein Mitarbeiter der rund 260 Kilometer nordwestlich von Sydney entfernten Haftanstalt, teilte mit:

"Die Mäuse beginnen zu verwesen und dann sind Milben das nächste Problem."

Nach Angaben der australischen Nachrichtenagentur AAP verursachten die Nagetiere Schäden an Stromleitungen und Deckenverkleidungen. In den kommenden zehn Tagen sollen daher 420 Insassen und 200 Mitarbeiter auf andere Gefängnisse in der Region verteilt werden, bis die Reparaturen abgeschlossen sind. Peter Severin machte klar, warum diese Maßnahmen ergriffen werden:

"Die Gesundheit, Sicherheit und das Wohlbefinden von Mitarbeitern und Insassen hat für uns oberste Priorität."

New South Wales kämpft bereits seit Monaten mit der schlimmsten Mäuseplage seit rund 40 Jahren. Die Tiere zerstören Ernten und können gefährliche Krankheiten auf den Menschen übertragen. Von Anfang Januar bis Ende Mai wurden laut der Gesundheitsbehörde des Bundesstaats 57 Fälle von Leptospirose gemeldet, einer seltenen Krankheit, die zu Nierenversagen und Hirnhautentzündung führen kann und häufig von Mäusen übertragen wird. Im gesamten Jahr 2020 wurden nur elf Fälle bekannt.

Mäuseplagen sind kein neues Phänomen in Australien. Im vergangenen Jahrzehnt kam es wiederholt zu solchen Ausbrüchen, da sich die Lebensbedingungen für die Nagetiere auf dem Ackerland verbessert haben. Für Landwirte bedeutet dies wiederholt enorme Verluste.

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(rt/dpa)