Europa

Russisches Außenministerium reagiert auf "Zirkus" im britischen Unterhaus

Theresa May gibt Russland bis Dienstag Zeit, um sich zum Fall Skripal zu äußern. Der ehemalige Doppelagent und seine Tochter wurden, nach Angaben der britischen Polizei, mit einem Nervenkampfstoff angegriffen. Großbritannien sieht die Schuld bei Russland.
Russisches Außenministerium reagiert auf "Zirkus" im britischen UnterhausQuelle: RT

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa nahm zum Fall Skripal wie folgt Stellung:

Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Dies ist eine weitere auf Provokationen basierende Informations- und politische Kampagne. 

Theresa May hatte zuvor gesagt, es handle sich um "versuchten Mord" entweder unter "direkter Beteiligung des russischen Staates", oder "die russische Regierung hat die Kontrolle über diesen potenziell katastrophal schädlichen Nervenkampfstoff verloren". Der russische Botschafter wurde, so May, ins Außenministerium geladen, um sich zu dem Fall zu äußern. May gewährte ihm eine Frist bis Dienstag. 

Sacharowa schlug vor:

Bevor wir neue Märchen erfinden, lassen Sie uns jemandem im Königreich erzählen, was das Ergebnis der früheren Untersuchungen in den Fällen Litwinenko, Beresowski und Perepilitschny war. 

Sacharowas Kommentare bezogen sich auf drei prominente Todesfälle in Großbritannien, welche Russland zugeschrieben wurden - und trotz aller Beweise bis heute zugeschrieben werden. Der Außenminister der Russischen Föderation Sergej Lawrow ging am Freitag speziell auf den Fall Litwinenko ein und wies darauf hin, dass der an Moskau gerichtete erhobene Zeigefinger des Vereinigten Königreichs nicht zu den Ereignissen in diesem Fall passe.

"Ich möchte die Menschen daran erinnern, dass Litwinenkos Tod auch Russland zugeschrieben wurde, aber nicht untersucht wurde, weil Gerichtsverfahren, die als öffentlich bezeichnet wurden, tatsächlich geschlossen waren. Sie wurden auf eine sehr seltsame Art und Weise durchgeführt, und zahlreiche Tatsachen, die während der gesamten Untersuchung aufgetaucht sind, sind nicht öffentlich geworden", sagte der Minister.

Litwinenko starb im November 2006, nachdem Attentäter angeblich in einem Londoner Hotel radioaktives Polonium 21 in seinen Tee gemischt hatten. Sein eigener Bruder Maksim erklärte jedoch 2016, Großbritannien habe deutlich eher Grund gehabt als Russland, Litwinenko zu töten. Im Fall Boris Beresowski haben die Putins Kritiker lange darüber spekuliert, ob der Milliardär 2013 von "Pro-Putin-Killern" ermordet wurde. Die britische Polizei musste aber 2013 einräumen, dass es keine Hinweise auf derartige Todesumstände gebe.

Außerdem wurde nie nachgewiesen, dass Russland hinter dem Tod des Geschäftsmanns Aleksandr Perepilitschny steckt, der 2012 in Surrey, Großbritannien, zusammengebrochen und verstorben war. Skripal, 66, und seine 33-jährige Tochter befinden sich seit dem 4. März im Krankenhaus, als sie bewusstlos auf einer Bank vor einem Einkaufszentrum in Salisbury aufgefunden wurden. Bei der Debatte im britischen Unterhaus wurde auch darüber spekuliert, ob Russland die WM austragen sollte. 

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