Europa

Finnlands Premier Orpo: Würde mit Putin an einem Tisch sitzen – aber nicht jetzt

Finnlands Premierminister Petteri Orpo schließt Gespräche mit Präsident Putin nicht aus. Er sagt aber, die Zeit für einen Dialog sei "noch nicht gekommen". Zugleich räumt er ein, dass der Ukraine-Konflikt nicht ewig dauern könne und Europa eines Tages mit Moskau reden müsse.
Finnlands Premier Orpo: Würde mit Putin an einem Tisch sitzen – aber nicht jetztQuelle: Gettyimages.ru © Carsten Koall

Finnlands Premierminister Petteri Orpo hat erklärt, er wäre grundsätzlich bereit, mit Russlands Präsident Wladimir Putin an einem Tisch zu sitzen. Dies sagte Orpo gegenüber der Zeitung Iltalehti:

"Ich könnte mich ohne Zweifel mit Präsident Wladimir Putin an einen Tisch setzen, aber die Zeit für einen Dialog ist noch nicht gekommen." 

Die derzeitige Lage könne "nicht ewig andauern". Irgendwann müssten die europäischen Staaten Gespräche mit Russland aufnehmen, da der Frieden in der Ukraine von Moskau abhängt. "Wie und wann dieser Dialog beginnt, muss zwischen den europäischen Ländern koordiniert werden", sagte Orpo. Zugleich erklärte er, derzeit liege "der Ball bei Putin".

Vor diesem Hintergrund wies Orpo auch auf die Folgen des Bruchs mit Russland für Finnland hin. Die Schließung der Grenze, das Ende des Handels und der Rückzug finnischer Unternehmen hätten das Wirtschaftswachstum gebremst. Besonders stark betroffen seien die östlichen Regionen des Landes.

Finnland hatte im Jahr 2023 alle acht Grenzübergänge zu Russland geschlossen und dies mit der Weiterleitung von Migranten aus Drittstaaten begründet. Die Behörden sprechen von "hybriden Angriffen". Im November 2025 schloss Orpo eine teilweise Öffnung der Grenze nicht aus.

Zugleich wächst in Finnland die Angst vor Russland. Laut Umfragen sehen mehr als 80 Prozent der Finnen Russland als Bedrohung. Die New York Times berichtete kürzlich über ein stark gestiegenes Interesse an Bunkern.

Auf europäischer Ebene mehren sich derweil die Stimmen, die sich für eine Wiederaufnahme des Dialogs mit Moskau aussprechen. So äußerte Deutschlands Kanzler Friedrich Merz die Hoffnung auf bessere Beziehungen und bezeichnete Russland als europäisches Land. Zuvor hatte bereits Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu Gesprächen aufgerufen. Russlands Außenminister Sergei Lawrow bezeichnete dies in dem Zusammenhang als "Öffentlichkeitsarbeit".

Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte, Präsident Putin sei zu Kontakten bereit. Ein mögliches Treffen müsse jedoch dem gegenseitigen Verständnis dienen und dürfe kein "Vorlesen von Belehrungen" sein. Putin selbst erklärte im Oktober 2025, Russland sei zu einer Normalisierung der Beziehungen bereit, sofern der entsprechende Wille aus Finnland komme.

Mehr zum Thema Finnland und Estland: Wirtschaftskrise als "Heilmittel" gegen die Russophobie

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.