Europa

"Mini-Auschwitz" – Kiews Mär von "russischer Folter" in Charkow

Kiew stellt medienwirksam einen Plastikbehälter mit Goldzähnen zur Schau, will Moskau hiermit Gräueltaten unterschieben. Wie sich herausstellt, stammt das Artefakt aus dem Besitz eines ortsansässigen ukrainischen Zahnarztes. Ausgerechnet das Springerblatt Bild entlarvte den Schwindel.
"Mini-Auschwitz" – Kiews Mär von "russischer Folter" in Charkow© Twitter / @DefenceU

Am vergangenen Dienstag veröffentlichte das ukrainische Verteidigungsministerium auf Twitter ein Bild einer sogenannten "Folterkammer" in Piski-Radkiwski, einer Stadt in der Region Charkow. Das Foto zeigt eine Gasmaske, die nach Angaben der ukrainischen Behörde bei der Folter der lokalen Bevölkerung verwendet worden sein soll, sowie einen Plastikbehälter mit goldenen Zahnkronen.

Das ukrainische Verteidigungsministerium nannte den Fund ein "Mini-Auschwitz" und spielte damit auf ein berühmtes Foto aus dem Konzentrationslager Auschwitz an, das Kisten voller Goldzähne zeigt, die den Gefangenen vor ihrer Ermordung gezogen wurden.

"Wie viele werden noch in der besetzten Ukraine gefunden werden?", fragte das Ministerium in einem Tweet und deutete damit an, dass russische Soldaten Gräueltaten begangen hätten. Der Tweet löste großes Entsetzen aus. International griffen Medien die Meldung auf und sprachen von "russischen Folterkammern".

Allerdings hat die Darstellung des ukrainischen Verteidigungsministeriums einen völlig falschen Eindruck vermittelt. Laut dem Boulevardblatt Bild, das zu den Hintergründen Recherchen anstellte, gehörten diese Zahnkronen offenbar nicht ukrainischen Folteropfern, sondern Patienten eines ortsansässigen Zahnarztes.

"Diese Zähne sehen aus wie jene, die aus meiner Sammlung gestohlen wurden", zitierte das Springerblatt einen 60-jährigen Mann namens Sergei, als ihm das von den ukrainischen Behörden verbreitete Foto gezeigt wurde. "Ich bin der einzige Zahnarzt hier. Wenn sie also hier gefunden wurden, müssen sie von mir stammen."

Die Frage, ob die Zähne von Toten stammen könnten, verneinte der Zahnarzt. "Oh Gott nein! Sie gehörten den Menschen, die ich all die Jahre behandelt habe. Ich habe diese Zähne gezogen, weil sie schlecht waren", erklärte er. "In 30 Jahren habe ich Zehntausende Zähne entfernt. Dies ist nur ein Bruchteil davon. Manchmal ziehe ich am Tag fünf bis acht Zähne", sagte er der Zeitung. 

Prompt lieferte das Boulevardblatt, das antirussischer Propaganda auch der absurderen Art sonst nicht abgeneigt ist, eine andere Erklärung, die die Russen in schlechtem Licht erscheinen lässt. Bild zitierte den Zahnarzt mit der Aussage, dass russische Soldaten den Behälter gestohlen haben könnten, entweder weil sie dachten, die Kronen seien aus Gold oder um die Anwohner damit einzuschüchtern.

Trotzdem sah sich das Blatt in den sozialen Netzwerken mit dem Vorwurf konfrontiert, "russische Propaganda" zu verbreiten. Paul Ronzheimer, stellvertretender Chefredakteur des Blattes, rechtfertigte sich auf Twitter:

"Es war erwartbar, ist aber dennoch traurig zu sehen, wie viele Accounts hier ausgerechnet mir "russische Propaganda" vorwerfen, nur weil wir vor Ort recherchiert und unsere Erkenntnisse zum Foto der Kiste mit Zähnen veröffentlicht haben. Das ist einfach unser Job, god damn!"

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