Europa

Wegen Russland: USA halten an US-Truppen in Europa fest – auch Erhöhung möglich

Das US-Verteidigungsministerium möchte an seiner Truppenstärke in Europa offenbar vorerst festhalten. US-Medien zufolge behalte sich das US-Militär gar eine Erhöhung ihres derzeitigen Truppenkontingents für den Fall vor, dass der Krieg in der Ukraine weiter eskaliert.
Wegen Russland: USA halten an US-Truppen in Europa fest – auch Erhöhung möglichQuelle: Gettyimages.ru © Bo Zaunders

Die USA wollen an ihren rund 100.000 in Europa stationierten Soldaten offenbar vorerst festhalten. Möglicherweise solle die Truppenstärke sogar weiter erhöht werden, falls es zu einer Bedrohung der NATO oder ihrer beiden neuen Mitglieder Schweden und Finnland durch Russland komme. Das berichtete der US-Fernsehsender CNN am Freitag unter Berufung auf mehrere US-Beamte. 

Wenn die NATO weitere Militärübungen in der Region durchführt oder sich das "Sicherheitsumfeld" ändert, könnten die USA weitere Truppen entsenden oder sogar weitere Militärstützpunkte in der Region errichten, teilten die US-Beamten dem Sender CNN zufolge mit. Die Pläne sollen demnach im Anschluss an ein Treffen der NATO-Militärchefs am kommenden Donnerstag in Brüssel erörtert werden und würden anschließend auf einer Tagung der Verteidigungsminister der Allianz im nächsten Monat vorgestellt. Die Staats- und Regierungschefs der NATO-Länder werden in der Angelegenheit dann Ende Juni in Madrid zusammenkommen, so CNN

Trotz der Drohung Russlands, auf den NATO-Beitritt von Schweden und Finnland zu reagieren, möchten die USA in den beiden Ländern allerdings vorerst keine weiteren US-Truppen zur Verteidigung bereitstellen. Jedoch könne jede künftige Waffenbewegung Russlands zu weiteren Stationierungen von US-Soldaten führen, erklärten die US-Beamten weiter. Einige NATO-Länder hätten sich dazu bereit erklärt, die beiden skandinavischen Länder während der Dauer der Antragsbearbeitung, vorübergehend auch außerhalb der offiziellen Struktur des Bündnisses zu unterstützen. 

Die USA hatten ihre Truppenstärke in Europa angesichts des Kriegs in der Ukraine im März erstmals seit dem Jahr 2005 wieder auf 100.000 Mann erhöht. Das Europäische Kommando des US-Militärs, EUCOM, macht vor allem die "russische Aggression" für die Aufstockung verantwortlich. Der Großteil der US-Truppen ist derzeit in Polen und Deutschland stationiert, gefolgt von Italien und dem Vereinigten Königreich. Das Baltikum hatte angesichts des anhaltenden Konflikts in der Ukraine zuletzt eine noch größere Truppenpräsenz in der Region gefordert. Vor der russischen Militäroperation in der Ukraine hatten die USA rund 60.000 Soldaten in Europa stationiert.

Obwohl offiziell keine US-Truppen in der Ukraine stationiert sind, hat Washington Kiew bereits mehrere Milliarden US-Dollar an Militärhilfe zur Verfügung gestellt. Russland startete am 24. Februar eine militärische Spezialoperation, nachdem die Ukraine die 2014 unterzeichneten Minsker Vereinbarungen nicht umgesetzt hatte. Das von Deutschland und Frankreich vermittelte Abkommen sollte den abtrünnigen Regionen Donezk und Lugansk einen Sonderstatus innerhalb des ukrainischen Staates verleihen.

Seither hat der Kreml Kiew mehrfach dazu aufgefordert, sich offiziell zu einem neutralen Staat zu erklären, der dem von den USA geführten NATO-Militärblock niemals beitreten wird. Kiew beharrt weiterhin darauf, dass die russische Offensive nicht durch die Ukraine provoziert wurde. Behauptungen, wonach das Land plane, die beiden Republiken im Donbass mit Gewalt zurückzuerobern, wies die ukrainische Regierung wiederholt zurück.

Mehr zum Thema - USA wollen Ukraine-Krieg durch NATO-Norderweiterung eskalieren – und Erdoğan erpresst den Westen

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team