Europa

Hund entdeckt den größten polnischen Münzfund der letzten 100 Jahre

War es ein Hund oder doch ein findiger Schatzsucher mit Metalldetektor? Der Fund im niederschlesischen Wałbrzych gehört zu den bedeutsamsten mittelalterlichen Münzfunden Polens. Das zuständige Denkmalamt erhebt den Fundort schon jetzt zu einem "Mekka für Mediävisten".
Hund entdeckt den größten polnischen Münzfund der letzten 100 Jahre© Woiwodschaftdenkmalamt Niederschlesien / Facebook

Ein Hund namens Kajtuś soll der Finder des größten Fundes mittelalterlicher Münzen in Polen seit über 100 Jahren sein. Es handelt sich dabei vorrausichtlich um brandenburgische, sächsische und schlesische Brakteaten (Hohlmünzen) aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Der Fund in der Nähe der schlesischen Stadt Wałbrzych (Waldenburg) wurde am 7. April dem Woiwodschaftsamt, dem Denkmalamt Niederschlesiens, mit Sitz in Breslau gemeldet. Am folgenden Tag untersuchte der Oberinspektor für archäologische Funde, Marek Kowalski, zusammen mit einem Team von Archäologen des Archäologischen Instituts der Universität Wrocław die gemeldeten Gegenstände und den Fundort. Letzte Woche veröffentlichte das Denkmalamt Fotos und einen kurzen Bericht über ihre Facebook-Seite.

Den ersten Untersuchungsergebnissen zu Folge handelt es sich bei den gefundenen Münzen um Brakteaten aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Eine vorläufige Identifizierung der Münzstätten weist auf Werkstätten in Brandenburg, Sachsen und Schlesien hin. Gefunden wurden die Münzen zusammen mit einem zerstörten Tontopf. Dies und die homogene Zusammensetzung der Münzen deutet auf eine bewusste Deponierung hin.

Die Münzen von Wałbrzych sind insgesamt sehr gut erhalten. Sie tragen verschiedene Bilder und Ornamente, wie etwa Greifen, Meerjungfrauen und Engel – dazu Gesichter und Architekturelemente wie Türme und Mauern.

Im Mittelalter waren Brakteaten ein verbreitetes Zahlungsmittel. Der Mangel an Edelmetallen wie Gold und Silber führte zu der spezifischen Produktion dieser Hohlmünzen. Brakteaten wurden einseitig auf eine weiche Unterlage gestempelt. Die Vorderseite der Münzen war konvex, die Rückseite konkav.

Historische Quellen berichten von einer ausgesprochen kurzen Verwendungsdauer einzelner Münzserien. Der Austausch von Zahlungsmitteln soll demnach bis zu dreimal pro Jahr erfolgt sein. Das häufige Einschmelzen und das erneute Prägen sind Gründe dafür, warum nur wenige bedeutsame Münzfunde aus dieser Zeit gemacht werden konnten. Ein Fund wie der von Wałbrzych ist daher von großem archäologischem Wert.

Eine abschließende Untersuchung mit zugehöriger Publikation steht noch aus. Das Woiwodschaftsamt stellte die Funde schon vorab dem Publikum zur Verfügung, um damit Werbung für weitere Fördergelder zu machen. Das Denkmalamt prophezeit, Wałbrzych könne zu einem "Mekka für Mediävisten" werden.

Die Vorab-Präsentation führte bereits zu einer Debatte bei Facebook. Einzelne Nutzer hinterfragten, ob tatsächlich ein Hund der Finder sein könne oder vielmehr ein Mensch mit Metalldetektor. Daraufhin betonte die Denkmalschutzbeauftragte von Wałbrzych, Anna Nowakowska-Ciuchera:

"Nach Aussagen der Person, die uns kontaktiert hat, war sie mit ihrem Hund Kajtuś spazieren. Plötzlich habe Kajtuś angefangen an der entsprechenden Stelle die Erde umzugraben. So habe die Person das Tongefäß mit den Münzen entdeckt. Zumindest ist das die Version, die uns präsentiert wurde." 

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