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Ukraine vergleicht sich mit Nazideutschland

Kiew hat mit seiner neuesten Forderung auf Einrichtung einer Flugverbotszone für Verwirrung gesorgt. Ukrainische Behörden zeigten auf Twitter Bilder aus dem heutigen Charkow und aus dem zerbombten Hamburg des Jahres 1943 und zogen so einen Vergleich mit Nazideutschland.
Ukraine vergleicht sich mit Nazideutschland© Pavlo Gonchar/SOPA Images/LightRocket via Getty Images

Das ukrainische Parlament, die Werchowna Rada, hat am Mittwoch erneut an den Westen appelliert, eine Flugverbotszone über dem Land zu verhängen. Die Institution erregte zudem Aufsehen im Internet, als sie die Verwüstung ukrainischer Städte mit den Zerstörungen verglich, die Nazideutschland während der alliierten Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg erleiden musste.

Dieser bizarre Vergleich ist die jüngste Stellungnahme Kiews mit Bezug zum Nazismus. Das Bild, das vom Konto der Werchowna Rada auf Twitter gepostet wurde, zeigte ein zerbombtes Gebäude in Hamburg im Jahr 1943 und beschädigte Gebäude in der ukrainischen Stadt Charkow im Jahr 2022. Mittlerweile wurde das Foto offensichtlich wieder gelöscht.

Der Text über dem Bild lautete auf Ukrainisch "Wenn der Himmel offen ist". Weiter wird der Westen in englischer Sprache aufgefordert, "#CloseTheSky over Ukraine" – schließt den Himmel über der Ukraine.

"Close The Sky" ist eine Anspielung auf die Möglichkeit einer von der NATO verhängten Flugverbotszone über der Ukraine, ein Schritt, den Kiew bereits mehrmals gefordert hat. Der Schritt wird von den Staats- und Regierungschefs in Washington und Brüssel aber bisher abgelehnt. Damit würde sich die NATO verpflichten, russische Flugzeuge über der Ukraine abzuschießen – ein Schritt, der den Block in einen offenen Kampf mit Russland verwickeln und, mit den Worten von US-Präsident Joe Biden, zu einem "Dritten Weltkrieg" führen würde.

Bizarrerweise werden in dem vom ukrainischen Parlament veröffentlichten Bild dieselben Verbündeten, die 1943 Hamburg bombardierten, aufgefordert, heute für die Ukraine zu kämpfen. Die Rada hat nicht erklärt, warum sie Charkow mit Hamburg vergleicht, zumal Charkow selbst im Zweiten Weltkrieg von Deutschland bombardiert wurde.

Im Internet sorgte der Vergleich für verwunderte Kommentare. "Ihr solltet euch in der Öffentlichkeit nicht mit Nazis vergleichen", scherzte ein Kommentator. "Die wissen wirklich nicht, was Optik ist", witzelte ein anderer.

Der russische Präsident Wladimir Putin wirft den ukrainischen Eliten seit langem vor, Sympathien für Nazideutschland zu hegen. In einer Rede, in der er im vergangenen Monat den Beginn der russischen Militäroffensive in der Ukraine ankündigte, erklärte er, dass eines der Ziele Russlands die "Entnazifizierung" des Landes sei.

Neben der Eingliederung des neonazistischen Asow-Bataillons in das ukrainische Militär bemühen sich die Kiewer Behörden, ihrer Bevölkerung Russen als "anders-rassisch" darzustellen. Ukrainische Lokalpolitiker bezeichnen Russen wiederholt offen als "Orks".

Der Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera wird von ukrainischen Rechtsradikalen und sogar von den Behörden des Landes als Held gefeiert. Dies zeigt, welche politischen Ansichten auf Regierungsebene vertreten sind.

In diesem Zusammenhang bedürfen zwei jüngste Vorfälle im ukrainischen Livefernsehen besondere Aufmerksamkeit. Erst sorgte der ukrainische Fernsehmoderator Fahruddin Sharafmal für eine Kontroverse, als er den Nazi-Kriegsverbrecher Adolf Eichmann zustimmend zitierte und zur Ermordung von Russen und ihren Kindern aufrief. Später verkündete der ukrainische Sanitätschef Gennadi Druzenko in einem Live-Interview, dass gefangen genommene Russen Kakerlaken seien, die kastriert werden müssten, damit sie sich nicht mehr fortpflanzen könnten.

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