Europa

Schottische Zeitung bringt COVID-19-"Internierungslager" ins Gespräch

Eine schottische Zeitung löste einen Shitstorm aus, als sie ihre Leser fragte, ob das Land dem Beispiel Australiens folgen und Menschen, die mit COVID-19 infiziert sind, in "Internierungslager" sperren sollte. Bis vor kurzem wurde die Vorstellung von COVID-19-"Internierungslagern" in der Berichterstattung der Konzernmedien als eine verrückte Verschwörungstheorie dargestellt.
Schottische Zeitung bringt COVID-19-"Internierungslager" ins Gespräch© Facebook / The Daily Record / Screenshot

Die größte schottische Zeitung hat den Gedanken geäußert, Internierungslager einzurichten, um Einwohner, die positiv auf COVID-19 getestet wurden oder bei denen ein "Verdacht" auf eine Infektion besteht, zwangsweise zu inhaftieren.

Das Boulevardblatt Daily Record befragte seine Facebook-Follower am Dienstag zu dieser Vorgehensweise und merkte an, dass bereits "Australier für 14 Tage in COVID-Internierungslagern festgehalten werden, wenn sie positiv getestet wurden oder der Verdacht besteht, dass sie positiv sind." Das Blatt fragte dann: "Sollten wir ihrem Beispiel folgen?"

Die Zeitung gab nicht an, wie über "verdächtige" Internierungen entschieden wird und ob es bedeutet, dass zum Beispiel diejenigen eingesperrt werden, die mit übermäßigem Schnupfen angetroffen werden, oder Bürger, die sich weigern, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. Letzten Monat berichtete dieselbe Boulevardzeitung unter Berufung auf eine kürzlich durchgeführte Umfrage, dass 35 Prozent der Einwohner Großbritanniens der Meinung sind, dass die Ungeimpften zwangsweise eingesperrt werden sollten, "bis die Pandemie vorüber ist". Es hieß, die Umfrage zeige eine starke öffentliche Unterstützung für "härtere Maßnahmen" gegen ungeimpfte Schotten.

Die Idee stieß in den sozialen Medien auf Ablehnung. Der Anti-Extremismus-Aktivist Maajid Nawaz sagte, die Zeitung schlage "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vor, während andere anmerkten, dass bis vor kurzem die Idee von COVID-19-Internierungslagern in der Berichterstattung der Konzernmedien als gestörte Verschwörungstheorie dargestellt wurde.

Schottland hat angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante seine COVID-19-Beschränkungen verschärft, indem es niedrigere Kapazitätsgrenzen für Versammlungen im Innen- und Außenbereich einführte, Nachtclubs schloss und von Feiertagstreffen abriet. Wie der Daily Record am Mittwoch berichtete, befinden sich in Schottland 42 COVID-19-Patienten auf der Intensivstation.

Eine Nachahmung Australiens würde das Milderungsprogramm auf ein gefängnisähnliches Niveau heben. Als im vergangenen Monat drei Personen aus einem COVID-19-Quarantänelager in der Nähe von Darwin entkamen, reagierte die Polizei mit einer Großfahndung, um die Internierten zu fassen, obwohl alle drei am Vortag negativ auf das Virus getestet worden waren. Die Polizei errichtete auch Kontrollpunkte rund um die Internierungseinrichtung, die früher ein Bergbaulager war.

Obwohl diese Politik unter Beschuss geraten ist, scheint Australien sie fortzusetzen. Im Oktober letzten Jahres erklärte der stellvertretende Premierminister von Queensland, Steven Miles, gegenüber dem australischen Nachrichtensender ABC News, dass es einen "anhaltenden Bedarf" an Quarantänelagern geben werde, auch um Besucher unterzubringen, die keinen Zugang zu Impfstoffen hatten. Er fügte hinzu, dass "sicherere" Einrichtungen für zurückkehrende Australier benötigt werden, die nicht die strengen Kriterien erfüllen, um sich für die Isolation zu Hause zu qualifizieren.

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