Europa

Mehrere Länder schränken Reiseverkehr ein – Sorge wegen neuer SARS-CoV-2-Variante

Mehrere EU-Staaten ergreifen Vorsichtsmaßnahmen, da im südlichen Afrika eine neue Variante des SARS-CoV-2-Erregers gemeldet wurde, die ungewöhnlich viele Mutationen aufweist. RKI-Präsident Lothar Wieler erklärte, man sei besorgt.
Mehrere Länder schränken Reiseverkehr ein – Sorge wegen neuer SARS-CoV-2-VarianteQuelle: www.globallookpress.com © Bo Van Wyk

Aus Sorge vor der neu aufgetretenen Coronavirus-Variante schränken Deutschland und andere Staaten den Flugverkehr aus Südafrika ein. Der derzeit geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte am Freitagmorgen an, dass Deutschland Südafrika zum Virusvariantengebiet erklären werde. Die Regelung soll in der Nacht zum Samstag in Kraft treten. Gegebenenfalls sind auch Nachbarländer Südafrikas von den Einschränkungen betroffen.

Es wird befürchtet, dass die vielen Mutationen der im südlichen Afrika nachgewiesenen Variante B.1.1.529 dazu führen, dass die Coronaimpfung noch weiter an Wirksamkeit verlieren und sich der Erreger schneller ausbreiten könnte. Am Freitag wurde ein erster Fall in Belgien gemeldet, in Deutschland allerdings wurde die neue Variante nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen noch nicht nachgewiesen. RKI-Präsident Lothar Wieler sagte:

"Wir sind sehr besorgt. Und ich hoffe sehr, dass stringent dahingehend gearbeitet wird, dass zumindest die Ausbreitung dieser Variante so gut wie möglich durch Reisebeschränkungen eingeschränkt wird."

Spahn erklärte, dass die Auswirkungen der neuen Variante in Bezug auf den Schutz der Impfung, der Infektiosität und der Krankheitsschwere noch nicht bekannt seien. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werde sich erst in einigen Wochen herausstellen, ob die neue Variante ansteckender ist als die bisherigen. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC wolle noch am Freitag eine Einschätzung zu der Variante abgeben. Ein WHO-Expertengremium sollte am Freitagnachmittag über die Einstufung der neuen Corona-Variante B.1.1.529 beraten. Es soll darum gehen, ob die Mutante als "besorgniserregende Variante" (variant of concern) oder als "Variante unter Beobachtung" (variant of interest) zu klassifizieren ist.

Das südafrikanische Institut für Ansteckende Krankheiten (NICD) hatte am Donnerstag mitgeteilt, es seien in Südafrika 22 Fälle der neuen Variante B.1.1.529 nachgewiesen worden. Mit weiteren Fällen sei zu rechnen. Wegen der Ausbreitung der neuen Variante will die EU-Kommission Reisen aus dem südlichen Afrika in die EU unterbinden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) teilte mit, man werde den EU-Staaten vorschlagen, die Notbremse zu aktivieren, um den Luftverkehr auszusetzen. Mehrere Länder, wie etwa Italien, die Niederlande und Tschechien, verhängten bereits Reisebeschränkungen. Spahn forderte angesichts der dramatischen Corona-Lage zudem eindringlich massive Kontaktreduzierungen. Man befinde sich in einer "nationalen Notlage":

"Die Lage ist dramatisch ernst. So ernst wie noch zu keinem Zeitpunkt in dieser Pandemie", sagte Spahn.

Auch RKI-Chef Wieler erklärte, man brauche eine "massive Reduktion der Kontakte – jetzt sofort". Derzeit erkaufe man sich die freien Intensivbetten dadurch, dass planbare Operationen verschoben oder ausgesetzt würden. Wenn man die Ausbreitung des Virus nicht stoppe, dann werde natürlich die Versorgung in ganz Deutschland eingeschränkt sein, so Wieler weiter. (rt/dpa)

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