Europa

Putschversuch in Frankreich vereitelt: "Rechtsradikale" Aktivisten planten Sturm auf Élysée-Palast

Eine rechtsradikale Gruppe soll in Frankreich in großem Umfang Anschläge geplant haben, um die Regierung zu stürzen. Der Zeitung "Le Parisien" zufolge sollen die Drahtzieher dieses Plans auch Soldaten rekrutiert haben, um den Präsidentenpalast in Paris zu stürmen.
Putschversuch in Frankreich vereitelt: "Rechtsradikale" Aktivisten planten Sturm auf Élysée-PalastQuelle: AFP © Remy Gabalda

Eine sogenannte rechtsextreme Gruppe soll in Frankreich in großem Umfang Anschläge geplant haben, um die Regierung zu stürzen. Die Polizei ermittelt diesbezüglich gegen einen aus Malaysia abgeschobenen Royalisten namens Rémy Daillet wegen "Bildung einer terroristischen Vereinigung". Die Staatsanwaltschaft in Paris hatte einen internationalen Haftbefehl gegen Daillet erlassen, der mit seiner Familie in Malaysia lebte. Da sein Visum abgelaufen war, wurde er bereits abgeschoben und im Juni festgenommen, als er nach Frankreich zurückkehrte.

Der Zeitung Le Parisien zufolge soll Daillet einige Soldaten rekrutiert haben, um den Präsidentenpalast in Paris zu stürmen. Daillets Anwalt bestritt laut der BBC die Vorwürfe und nannte seinen Mandanten einen "politischen Gefangenen".

Laut dem Untersuchungsbericht des französischen Inlandsgeheimdienstes (DGSI) zettelte das ehemalige Mitglied der zentristischen Partei MoDem (Mouvement démocrate) einen "Staatsstreich" an. Laut DGSI konnte Daillet auf einen harten Kern von 300 Gesinnungsgenossen zählen. Darunter waren nicht nur rechtsradikale Aktivisten, sondern aktive Polizisten, Offiziere, Ärzte und Anwälte. Sie seien streng hierarchisch in regionalen Zellen organisiert gewesen. 

Ihr Hauptprojekt war die "Operation Azur". Die bestand darin, in Paris eine möglichst "ausartende" Massenkundgebung aus "Rechtsextremisten, Verschwörungstheoretikern, Impfgegnern, Gelbwesten und anderen Systemgegnern" zu organisieren, um den Élysée-Palast, die Nationalversammlung sowie Ministerien zu stürmen. Zugleich wollten sie eine Fernseh- oder Radiostation besetzen, um die Franzosen zum "Sturz des demokratischen Regimes" aufzurufen.

Daillet wird auch vorgeworfen, die Entführung eines kleinen Mädchens im Frühjahr organisiert zu haben. Ausgehend von seiner Theorie, dass die Staatselite pädophil sei, hatte er den Vorwürfen zufolge ein achtjähriges Mädchen entführt, um es seiner Mutter "zurückzugeben", die offenbar das Sorgerecht verloren hatte.

Vier Männer, darunter zwei ehemalige Soldaten, sind zudem am Dienstagmorgen von der Generaldirektion des DGSI wegen des Verdachts festgenommen worden, Angriffe auf Corona-Impfzentren geplant zu haben. Die Männer befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Sie werden unter anderem der Verbindungen mit Daillet verdächtigt.

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