Europa

Aus Angst vor Rot-Rot-Grün: Deutsche Millionäre flüchten mit ihrem Vermögen in die Schweiz

Aus Angst vor drastischen Steuererhöhungen unter einer möglichen Mitte-Links-Koalition haben viele Deutsche ihr Geld in die Schweiz geschafft. Die Schweiz ist nach wie vor das Land mit den größten Auslandsvermögen. Doch so einfach ist die Umgehung von Steuern heute nicht mehr.
Aus Angst vor Rot-Rot-Grün: Deutsche Millionäre flüchten mit ihrem Vermögen in die SchweizQuelle: www.globallookpress.com © Manuel Geisser

Die Angst vor einer Regierungskoalition nach den Bundestagswahlen am Sonntag bringt deutsche Millionäre dazu, ihr Vermögen in die Schweiz zu verlegen. "Für die Superreichen ist das ein heißes Eisen", sagt ein in Deutschland ansässiger Steueranwalt mit umfangreichen Aktivitäten in der Schweiz gegenüber Reuters.

"Unternehmerfamilien sind höchst alarmiert."

Unter einer möglichen Regierungskoalition aus SPD, Grünen und Linken könnte es zu einer Wiedereinführung der Vermögenssteuer und einer Erhöhung der Erbschaftssteuer kommen. Seit dem Jahr 1997 wird die Vermögenssteuer nicht mehr erhoben. Das Gesetz wurde bisher aber nicht abgeschafft.

Deutsche Einlagen in der Schweiz nahmen 2021 zu

Die Schweiz ist das Land mit den größten Auslandsvermögen. Im Jahr 2020 nahmen die Geldflüsse noch zu. Davon profitieren Großbanken wie UBS, Credit Suisse und Julius Bär.

Laut Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich stiegen Einlagen deutscher Haushalte und Unternehmen bei Banken in der Schweiz im ersten Quartal 2021 um fast 5 Milliarden Dollar auf 37,5 Milliarden Dollar.

Neuere Zahlen lägen zwar noch nicht vor. Ein Kundenberater einer großen Schweizer Bank, der hauptsächlich mit Deutschen zu tun hat, sagte aber gegenüber Reuters, dass er in den letzten drei Monaten überdurchschnittlich viele Neugeldzuflüsse verbucht habe.

Und Florian Dürselen, Europa-Chef des Vermögensverwalters LGT Schweiz, sagte:

"Viele Vermögende, vor allem Unternehmer, befürchten, dass es in Deutschland einen Linksruck geben wird – egal wie die Wahlen ausgehen."

Kein Schutz vor Steuerhinterziehung

Einfach ein Schweizer Bankkonto zu eröffnen, hilft aber nicht mehr. Aufgrund internationalen Drucks werden mittlerweile Kontodaten der Kunden an die entsprechenden Steuerbehörden weitergegeben. Ein Sprecher des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen sagte hierzu:

"Der Finanzplatz Schweiz zeichnet sich durch Stabilität, Rechtssicherheit und eine hohe Finanzkompetenz aus. Sie bietet jedoch keinen Schutz vor Steuerhinterziehung."

Mehr zum Thema Merkels Unsozial-Politik – 16 Jahre Agenda für Banken und Großkonzerne

Sehr geehrte RT DE-Leser,

wir sind auf einen neuen Dienst für die Kommentarfunktion umgestiegen.

Da wir die Privatsphäre unserer Leser respektieren und Ihre Daten nicht an eine Drittplattform übermitteln werden, müssen Sie sich erneut registrieren. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeit und hoffen, dass sie sich weiterhin mittels der Kommentarfunktion über aktuelle Themen austauschen und informieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre RT DE-Redaktion