Europa

Montenegrinischer Präsident wirft Russland offen Einmischung in innere Angelegenheiten vor

Der russische Außenminister Lawrow und Metropolit Hilarion kritisieren den montenegrinischen Präsidenten wegen Protesten gegen die Inthronisierung des Metropoliten der Serbisch-Orthodoxen Kirche. Montenegro sieht hierin eine Einmischung in die Angelegenheiten des Landes.
Montenegrinischer Präsident wirft Russland offen Einmischung in innere Angelegenheiten vorQuelle: Reuters © Virginia Mayo

Die jüngsten Äußerungen vom Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats und Metropolit von Wolokolamsk Hilarion Alfejew sowie vom russischen Außenminister Sergei Lawrow über die Schaffung eines künstlichen Konflikts durch die Behörden im Land sind eine offene Einmischung Russland in die inneren Angelegenheiten Montenegros. Dies geht aus einer Erklärung des montenegrinischen Präsidenten Milo Ðukanović hervor.

Zuvor berieten sich der Metropolit und der russische Außenminister über die Proteste gegen die Inthronisierung des Metropoliten Joanikije, die Anfang September in der Stadt Cetinje stattgefunden hatten. Sie räumten ein, dass die Proteste von Ðukanović organisiert gewesen sein könnten, um an der Macht zu bleiben.

In einer Erklärung behauptete Ðukanović, dass Hilarion säkulare Ziele verfolgt, die mit der Mission der Kirche nicht vereinbar sind. Er betonte, dass die Kommentare des Metropoliten und des Ministers bestätigen, dass die Russische Kirche den staatlichen Interessen der Russischen Föderation im Ausland dient. In der Erklärung des Präsidenten heißt es zudem:

"Es wird bestätigt, dass sie gleichzeitig sowohl gegen Montenegro als auch gegen die Orthodoxie sind."

Ðukanović erklärte darüber hinaus, dass die Führung der russisch-orthodoxen Kirche und die russische Regierung versuchen, Montenegro zu destabilisieren und vom Weg der europäischen Integration abzubringen.

Am 4. und 5. September hatten in der montenegrinischen Stadt Cetinje Proteste gegen die Inthronisierung des Metropoliten von Montenegro und dem Küstenland Joanikije durch die serbisch-orthodoxe Kirche stattgefunden. An den Protesten nahmen Mitglieder nationalistischer Gruppen sowie Anhänger der kanonisch nicht anerkannten montenegrinischen Kirche teil. Die Demonstranten betrachten den Metropoliten als Führungsfigur der pro-serbischen Politik und lehnen seinen Einfluss ab. Die Aktionen eskalierten zu Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften, die Polizei setzte Tränengas ein.

In der Folge schlug Metropolit Hilarion vor, die Proteste könnten mit Ðukanović in Verbindung gebracht werden, der versucht haben könnte, hierdurch die Macht zurückzugewinnen. Laut Hilarion habe der Präsident diese gerade wegen seiner Kirchenfeindlichkeit verloren.

Einige Tage später äußerte sich der russische Außenminister Sergei Lawrow ähnlich. Er erklärte:

"Jeder weiß, dass der montenegrinische Präsident Milo Ðukanović, der sich von seiner Niederlage bei den Parlamentswahlen nicht erholen kann, versucht hat, seiner Regierung Probleme zu machen und gleichzeitig seinen US-amerikanischen und anderen westlichen Kollegen zu zeigen, dass er bereit ist, die Orthodoxie zu bekämpfen."

Am 18. September kommentierte Metropolit Hilarion erneut die Geschehnisse in Montenegro. Er erklärte, es sei eine Schande, dass Montenegro von einem solchen Führer regiert wird, der nicht in der Lage sei, die Bevölkerung seines Landes zu vereinen.

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