Europa

Geringe Beteiligung an Corona-Impfungen in Rumänien und Bulgarien

In Rumänien und Bulgarien lassen sich wenige Menschen gegen das Coronavirus impfen. Die überzähligen Impfdosen werden verkauft und gespendet. In beiden Ländern wurden die Corona-Maßnahmen schnell wieder gelockert. Eine Universität hat dazu Erhebungen angestellt.
Geringe Beteiligung an Corona-Impfungen in Rumänien und BulgarienQuelle: www.globallookpress.com © H.Tschanz-Hofmann via www.imago-images.de

Das Interesse an einer Impfung gegen Corona ist in Rumänien und in Bulgarien gering ausgeprägt. In Rumänien sind 26,9 Prozent der Bevölkerung geimpft, in Bulgarien 15,7 Prozent. Das Interesse ist so gering, dass beide Länder die Vorräte an Impfstoffen abgeben oder spenden. 

In einer Übersicht des österreichischen Nachrichtenportals tkp.at sind die Corona-Impfraten mehrerer europäischer Länder angegeben. Danach haben in Dänemark und Irland mehr als 70 Prozent der Bevölkerung eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. In Schweden, Deutschland und Österreich sind es mehr als 60 Prozent. (Die Zahlen stammen aus Statistiken von Our World in Data.)

Nach dem Bericht sind in beiden Ländern seit langem ein Misstrauen gegen Behörden sowie eine Skepsis gegenüber der Corona-Impfung zu beobachten. Angehörige der Babes-Bolyai-Universität in Bukarest haben festgestellt, dass in Rumänien die Corona-Maßnahmen wieder gelockert wurden. Bei den Lockerungen liegt das Land im europäischen Vergleich weit vorn.

In der Untersuchung wurde ebenfalls ein Index über die Strenge der Restriktionen angelegt. Maßnahmen wie Schließungen von Schulen und öffentlichen Einrichtungen, Einschränkungen am Arbeitsplatz sowie Reisebeschränkungen flossen in den Index ein. Bei den staatlichen Beschränkungen liegen wiederum Deutschland und Österreich weit vorn. Bulgarien befindet sich zusammen mit Dänemark und Schweden am unteren Ende. 

Rumänien und Bulgarien sind dazu übergegangen, ihre Vorräte an Impfstoffen zu reduzieren. Rumänien hat einen Teil an Irland verkauft. Der irische Premierminister von Irland Micheàl Martin teilte Anfang August mit, über "weitere 700.000" Impfdosen "einen Deal" mit Rumänien vereinbart zu haben:

Die überzähligen Impfdosen kommen erst gar nicht nach Rumänien; sie werden als Umverteilung vom Unternehmen Pfizer direkt nach Irland geliefert. In Irland haben sich mehrere Leute in den sozialen Medien erfreut darüber gezeigt. Zuvor hatte Rumänien 1,1 Million Dosen von BioNTech/Pfizer an Dänemark veräußert. Das dänische Gesundheitsministerium sah sich veranlasst, einen Hinweis auf die geringere Nachfrage im Karpatenland zu machen.

Ohne Bezahlung ließ die Regierung in Bukarest zusammengenommen eine halbe Million Impfdosen nach Moldawien, Serbien und in die Ukraine liefern. Präsident Iohannis Klaus kündigte zudem an, 100.000 Dosen mit Corona-Impfstoff an Vietnam zu spenden.

Das Nachbarland Bulgarien spendet seine überzähligen Dosen hauptsächlich den westlichen Balkanländern. Gesundheitsminister Stoicho Katsarow nannte Nordmazedonien, Albanien, Bosnien und das Kosovo als Empfänger von insgesamt 150.000 Impfungen. In das Königreich Bhutan im fernen Asien sollen 172.500 Dosen des Impfstoffes von AstraZeneca gehen.

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