Europa

Pingdemic beendet – England hebt Quarantänepflicht für Geimpfte auf

In England und Nordirland müssen vollständig geimpfte Menschen nicht mehr zwingend in Selbstisolation, sollte zuvor ein Kontakt mit einer positiv getesteten Person nachverfolgt worden sein. Die oft nur durch eine Warn-App bestätigten möglichen Begegnungen führten zu einem hohen Arbeitskräftemangel.
Pingdemic beendet – England hebt Quarantänepflicht für Geimpfte aufQuelle: www.globallookpress.com © © Dinendra Haria

Ein Großteil der das öffentliche Leben einschränkenden Corona-Maßnahmen wurde in England am 19. Juli wieder zurückgenommen. Menschen feierten ausgiebig die Rückkehr ins nahezu normale Leben in Nachtklubs, wo auch die Abstandsregeln, die Maskenpflicht und die zahlenmäßigen Beschränkungen für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen hinfällig wurden.

Premierminister Boris Johnson begründete die Aufhebung unter anderem mit der hohen Impfquote und empfand die Lockerungen in den Sommermonaten als gut vertretbar. Dennoch galt bis jetzt noch eine Pflicht zur Selbstisolation für alle Personen, die laut Corona-Warn-App möglicherweise Kontakt zu einem positiv Getesteten hatten – auch Geimpfte waren von dem Zwang betroffen.

Selbst Nachbarn eines möglichen Corona-Falls mussten sich deswegen für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben, obwohl sie stets durch Häuserwände getrennt waren. Dies führte zu einem Personalmangel im Land, der der Wirtschaft spürbar schadete. Nun endet die Pflichtquarantäne in England nach Kontakt zu einem positiv Getesteten für vollständig geimpfte Personen, denen dagegen künftig nur noch eine Überprüfung durch einen PCR-Test empfohlen wird. Doch diese Maßnahme wird nicht verpflichtend eingeführt, und selbst während der Wartezeit auf die Ergebnisse gelten ebenfalls keine Freiheitsbeschränkungen.

Laut Gesundheitsforscher Stephen Reicher müsse die Regierung die Bevölkerung dennoch dazu aufrufen, nach dem möglichen Kontakt zu einem positiv Getesteten einen PCR-Test zu machen. Man sei schließlich nicht unverletzlich, auch wenn man bereits doppelt geimpft worden ist. Es bestünde weiterhin ein gewisses Restrisiko, sich infizieren zu können und anschließend andere Menschen mit dem Virus anzustecken. Reicher empfiehlt daher, sich im Fall der Fälle besonders vorsichtig zu verhalten und den Kontakt zu Risikogruppen nötigenfalls einzuschränken.

Die Hoffnungen bestehen, dass mit dieser Entscheidung die massenhaft stattfindenden Selbstisolationen nach der Benachrichtigung durch Warn-Apps oder auf anderem Wege nicht noch länger zu den massiven Personalausfällen in der Arbeitswelt führen. In der Vergangenheit spürten besonders Müllabfuhr, Speditionen, der Einzelhandel, die Lebensmittelproduktion und die Gastronomie die Auswirkungen der überzogenen Quarantäneregeln. In der dritten Juliwoche zwang die als übersensibel bezeichnete Warn-App noch mehr als 520.000 Menschen zur Selbstisolation.

Die neue Richtlinie der britischen Regierung gilt seit Montag und wird in England sowie Nordirland angewandt. Ähnliche Regeln gelten bereits in Schottland und Wales. Ebenfalls wurden die Quarantäneregeln für Minderjährige gelockert, was auf den Schulbetrieb nach den Sommerferien einen deutlichen Einfluss haben dürfte. Zumindest die Pingdemic ist somit in England, Nordirland, Schottland und Wales beendet.

In Deutschland darf man sich dagegen laut Bundesgesundheitsministerium noch auf das Tragen von Masken in gewissen öffentlichen Bereichen bis ins Frühjahr 2022 einstellen – warnt die Corona-App via Smartphone, empfiehlt sich eine häusliche Quarantäne.

Mehr zum Thema - Auch für Geimpfte: Maskenplicht soll laut Jens Spahn bis Frühjahr 2022 gelten

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