Europa

Spanien: Dorf seit sechs Jahren wegen Verseuchung ohne Trinkwasser

Schon seit sechs Jahren gehen die Einwohner des kleinen Dorfes Lastras de Cuéllar regelmäßig zu ihrem Dorfplatz, um sich hier mit Trinkwasserflaschen für die ganze Woche einzudecken. Denn was aus dem Wasserhahn kommt, können sie zum Trinken und Kochen nicht nutzen.

Es ist schon zu einer Routine geworden: Jeden Montag gehen die Einwohner des kleinen spanischen Dorfes Lastras de Cuéllar zu ihrem Dorfplatz, um sich hier mit Trinkwasserflaschen für die ganze Woche einzudecken. Diese edlen Tropfen bekommen sie hier nämlich zu einem günstigeren Preis als woanders. Und sie brauchen viel davon. Denn was aus dem Wasserhahn kommt, können sie für den alltäglichen Gebrauch zum Trinken und Kochen nicht nutzen.

"Im Moment gibt der Stadtrat jede Woche sechs 1,5-Liter-Flaschen für jeden Einwohner. Aber das ist nicht genug, denn wir können das Leitungswasser zu Hause nur zum Duschen und Putzen verwenden", sagt Mercedes, Sprecherin der Organisation 'LASTRAS POTABLE YA'.

Schon seit 6 Jahren holen sich die Einwohner des kleinen Dorfes, das zwei Stunden nördlich von Madrid liegt, auf diese Weise ihr Trinkwasser. Doch ein Einzelfall ist das schon lange nicht mehr. In ganz Spanien erleiden Dutzende von Dörfern das gleiche Schicksal. Die Ursache: das Grundwasser ist durch landwirtschaftliche Verschmutzung und fehlende Kontrolle der Wasserqualität zu stark kontaminiert.

Der auf die Düngemittel und die Massentierhaltungen zurückzuführende hohe Nitrat- und Arsengehalt des Wassers ist gesundheitsschädlich. "Es war ein kontinuierlicher Krieg, ein ständiger Kampf gegen die öffentliche Verwaltung, weil in den letzten sechs Jahren der Stadtrat um Hilfe gebeten und eine Lösung dafür gefordert wurde. Aber keiner hat auf uns gehört", erklärt Mercedes.

Solange nicht auf sie gehört wird, müssen die Einwohner von Lastras bei der Minimierung ihres Wasserverbrauchs kreativ bleiben. Denn den Verbrauch eines Deutschen von im Durchschnitt 130 Litern Wasser pro Tag können sie sich dort bei Weitem nicht leisten. Die Regionalregierung von Castilla y León, wo das kleine Dorf liegt, weist auf den Mangel öffentlicher Gelder hin, um hier eine gute Trinkwasserversorgung zu gewährleisten. Die Bewohner von Lastras hoffen dennoch, dass vielleicht im Jahr 2022 endlich wieder sauberes und genießbares Leitungswasser aus ihren Wasserhähnen fließen wird.

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