Europa

Guardian: Kandidat für Amt des britischen NATO-Vertreters verlor Geheimakte an Bushaltestelle

Britischen Medien zufolge handelt es sich bei dem Beamten, der Dokumente des Verteidigungsministeriums einschließlich Informationen über den Defender-Vorfall an einer Bushaltestelle verloren hatte, um einen Kandidaten für das Amt des britischen Vertreters bei der NATO.
Guardian: Kandidat für Amt des britischen NATO-Vertreters verlor Geheimakte an BushaltestelleQuelle: www.globallookpress.com © Stefan Kiefer/imagebroker.com

Zwei regierungsnahe Quellen haben The Guardian mitgeteilt, der hochrangige Beamte, der 50 Seiten geheimer Dokumente des britischen Verteidigungsministeriums verloren hatte, sollte zum Zeitpunkt des Vorfalls zum britischen Ständigen Vertreter bei der NATO ernannt werden. Die Mappe war einer Bushaltestelle gefunden und vom Finder an die BBC-Redaktion übergeben worden.

Nach dem Vorfall wurde Lapsley von Arbeiten mit Verschlusssachen suspendiert und vom Verteidigungsministerium in das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und internationale Entwicklung versetzt und eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet.

Den Quellen zufolge dürfen Dokumente dieser Art ohne eine speziell geschützte Aktentasche aus dem Regierungsgebäude überhaupt nicht mitgenommen werden. Das britische Verteidigungsministerium lehnt es bisher ab, den Bericht zu kommentieren.

Unter den verloren gegangenen Dokumenten befanden sich auch Informationen zur Route des britischen Zerstörers Defender, der im Juni vor der Küste der Halbinsel Krim im Schwarzen Meer in russische Hoheitsgewässer eingedrungen war. Da er trotz Warnungen per Funk seinen Kurs nicht änderte, wurde der Zerstörer durch Warnschüsse von einem Patrouillenboot der russischen Küstenwache zum Beidrehen gezwungen. Moskau nannte den Vorfall eine beabsichtigte Provokation seitens des NATO-Mitgliedstaates Großbritannien. London dementierte, provokativ gehandelt zu haben und bestand darauf, dass der Zerstörer sich in ukrainischen Gewässern befunden habe. Laut den entdeckten Verschlussakten näherte sich der Defender der Krim jedoch auf Befehl.

Dem Zeitungsbericht zufolge erörterten die Dokumente außerdem ein Hilfeersuchen der USA an Großbritannien in mehreren spezifischen Bereichen und befassten sich unter anderem mit der Frage, ob britische Spezialeinheiten nach dem vollständigen Abzug der US-Truppen in Afghanistan verbleiben sollten. 

Mehr zum Thema - Defender-Skandal: Geheimdokumente des britischen Kriegsministeriums beweisen provokative Absicht

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