Europa

Diether Dehm will Anerkennung seiner Impfung mit Sputnik V einklagen

Der Bundestagsabgeordnete der Linkspartei Dr. Diether Dehm hat sich in San Marino mit der zweiten Dosis des russischen Vakzins "Sputnik V" gegen das Coronavirus impfen lassen. Dehm will nun die EU und die Bundesregierung auf Anerkennung der Impfung verklagen.

"Ich fühle mich ähnlich gut wie ich mich nach der ersten Impfung in Moskau gefühlt habe", sagte der deutsche Bundestagsabgeordnete Diether Dehm im Hof einer öffentlichen Klink in San Marino – eines europäischen Zwergstaates mitten in Italien. Nachdem fast alle Einwohner erfolgreich mit dem russischen Vakzin geimpft worden sind, bietet die kleine Republik auch Impf-Touristen wie Dehm eine Impfung mit Sputnik V an. Doch Deutschland erkennt diese Impfung nicht an.

"Ich werde jetzt klagen: auf Gleichbehandlung mit anderen, die den Impfausweis in Deutschland bekommen."

"Das Entscheidende ist, ob man Antikörper nach der Impfung gebildet hat. Hast du diese, dann bist du immun. Und das erreicht Sputnik hervorragend", sagt Dehm. "Mit Sputnik V ist unser Land gerettet worden", zitiert er Christian Ferrari, den Pressevertreter der Regierung in San Marino. "Ich will jetzt wissen, ob das durch eine Klage akzeptiert werden kann", fügt der Abgeordnete hinzu.

Während seiner Reise sprach er mit dem Gesundheitsminister San Marinos Dr. Roberto Ciavatta und dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses im Parlament Paolo Rondelli. Ciavatta kann die Nichtzulassung des russischen Anti-Corona-Impfstoffes in der EU nicht nachvollziehen. Sputnik V sei großartiger Impfstoff. Die Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit hätten sehr gute Ergebnisse geliefert:

"Wir haben ein Ergebnis von 99,3 Prozent bei produzierten Antikörpern. Ich glaube, dass das der beste Impfstoff in der aktuellen Situation ist. Ich weiß nicht, warum EMA und WHO zögern den Sputnik V anzuerkennen", sagt Ciavatta.

In einer Pressemitteilung erklärte Diether Dehm nach seiner Impfung in San Marino unter anderem: "Sputnik V gehört nachweislich zu den besten Impfstoffen gegen COVID-19. Aber die verstrahlte EMA-Spitze der EU, besetzt mit Pharmalobbyisten, 'vertrödelt aus ideologischen Gründen' (Zitat Markus Söder) die Freigabe dieses Impfstoffs."

Seine erste Dosis hatte Dehm noch in Moskau am 10. Mai bekommen. In einem SNA-Gespräch berichtete der Politiker, dass er seine Entscheidung unter dem Eindruck der "spöttischen Hetzkampagnen" gegen Sputnik V getroffen hatte. Seine Favoriten seien die kubanischen, russischen oder chinesischen Impfstoffe gewesen, die aber "der deutsche Imperialismus" ignoriert hätte. "Und das hat mich eigentlich so geärgert, dass ich gedacht habe, ich nehme diesen Impfstoff."

Mehr zum Thema - Impfung mit Sputnik V wird nicht akzeptiert: Die EU gefährdet Russlands Impfkampagne

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