Europa

Polen: Stuhltransplantation mit mildem COVID-19-Verlauf in Verbindung gebracht

Ein nicht gerade attraktives Verfahren zeigt interessante Ergebnisse: Zwei Patienten in Polen haben nach einer Stuhltransplantation ihre Corona-Infektion trotz Vorerkrankungen leicht überstanden. Bei dem Eingriff wussten die Ärzte noch nicht, dass die beiden mit SARS-CoV-2 infiziert waren.
Polen: Stuhltransplantation mit mildem COVID-19-Verlauf in Verbindung gebrachtQuelle: Gettyimages.ru © WLADIMIR BULGAR

Ein 80-jähriger und ein 19-jähriger Patient in Polen, die beide an einer akuten Darminfektion mit Bakterien vom Typ Clostridioides litten, erhielten eine Stuhltransplantation.  

Die ersten Symptome einer Corona-Infektion traten bei den beiden kurz nach der Transplantation auf. Da die Inkubationszeit beim Coronavirus etwa fünf bis 14 Tage beträgt, waren die Patienten beim Eingriff bereits infiziert, wussten jedoch nichts davon – wie auch die Ärzte.

Beide Patienten gehörten aufgrund ihrer Vorerkrankungen zwar zur Risiko-Gruppe, deren Krankheitsverlauf verlief jedoch mild. Obwohl der 19-Jährige ein geschwächtes Immunsystem hatte, musste er nicht einmal mit Medikamenten gegen den Erreger SARS-CoV-2 behandelt werden. Ihm ging es innerhalb eines Tages besser. Der 80-Jährige bekam sofort eine Intensivbehandlung wegen COVID-19 verordnet, die in der Regel zehn Tage dauert. Überraschenderweise ließ das Fieber nur zwei Tage nach der Stuhltransplantation nach und trat nicht mehr auf.

Wie die beiden ohne die Transplantation ihre Infektion überstanden hätten, kann man nicht genau sagen. Der Zufall ist jedoch faszinierend. Wissenschaftler, die diesen außergewöhnlichen Vorfall beschreiben, wollen demnächst klinische Studien mit fäkalen Mikrobiom-Transplantationen zur Behandlung von COVID-19 durchführen.

Der Bericht wurde ursprünglich in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Gut veröffentlicht.

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