Europa

EU will Anerkennung russischer Impfbescheinigungen diskutieren – Frankreich widerspricht

Die EU wird nächste Woche den Status des russischen Impfausweises in Europa diskutieren. Jetzt erkennt der Staatenbund das russische Zertifikat nicht an. Das hindert Russen daran, in der EU zu reisen. Frankreich ist gegen die Anerkennung russischer Impfbescheinigungen.
EU will Anerkennung russischer Impfbescheinigungen diskutieren – Frankreich widersprichtQuelle: Gettyimages.ru © scaliger

Die Europäische Union hat angeboten, Gespräche mit Moskau aufzunehmen, um sicherzustellen, dass vollständig gegen COVID-19 geimpfte Reisende ohne strenge Anforderungen bezüglich Selbstisolation und Tests reisen können.

Markus Ederer, der deutsche EU-Botschafter in Russland, gab am Mittwoch bekannt, dass sich EU-Beamte mit einem Vorschlag zur gegenseitigen Anerkennung von COVID-19-Impfstoffen an das russische Gesundheitsministerium gewandt hatten, um das Reisen zwischen Russland und der EU zu erleichtern. Der Diplomat erklärte, beide Seiten müssten eine Lösung für COVID-19-Zertifikate finden. Derzeit werde der russische Impfausweis in der EU nicht anerkannt. Ederer fügte hinzu:

"Die EU verfügt über ein digitales Zertifikat, das es den Bürgern ermöglicht, innerhalb der Union frei zu reisen, sowie über ein Gesetz, das die Möglichkeit vorsieht, diese Zertifikate als gleichwertig mit anderen ähnlichen Zertifikaten zu erklären. Gemäß diesen Bestimmungen haben wir uns an das russische Gesundheitsministerium gewandt und angeboten, zu erörtern, ob Russland an einem solchen Verfahren interessiert ist."

Allerdings scheinen nicht alle EU-Mitglieder die Vorschläge zu unterstützen. Der französische Staatssekretär für europäische Angelegenheiten Clément Beaune sagte am Donnerstag dem Fernsehsender France 2, dass auf der Liste der akzeptablen Impfstoffe für Reisende nur solche Impfstoffe stehen sollten, von deren Wirksamkeit die EU überzeugt ist. Er fügte hinzu:

"Derzeit werden in Frankreich und Europa sowie in einer Reihe anderer Länder nur vier Impfstoffe anerkannt. Bei einer Reihe anderer Impfstoffe, insbesondere der russischen und chinesischen, sagt Frankreich seinen Partnern: Seien Sie vorsichtig, sagen Sie Nein zu diesen Impfstoffen."

Die zentrale EU-Arzneimittelaufsichtsbehörde war wegen der langsamen Bewertung von Sputnik V unter Beschuss geraten. Zwei EU-Mitgliedstaaten weigerten sich bereits, auf grünes Licht für den Impfstoff aus Brüssel zu warten, und begannen, ihren Bürgern den russischen Impfstoff zu verabreichen. Daten, die in einer Reihe führender wissenschaftlicher Zeitschriften veröffentlicht wurden, zeigen, dass Sputnik V sowohl sicher ist als auch eine der höchsten Schutzraten gegen COVID-19 aufweist.

Gleichzeitig erklärte die EU Schweizer Impfbescheinigungen für legitim. Die Schweiz ist damit der erste Nicht-EU-Staat, dessen geimpfte Bürger ohne Einschränkungen durch die EU reisen können. Die Schweizer müssen keine PCR-Tests durchführen oder sich bei der Ankunft in einem EU-Staat in Quarantäne begeben.

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