Europa

Kreatives Schummeln: Britische Schüler verwenden Orangensaft, um positive Testergebnisse zu erhalten

Britische Schüler haben herausgefunden, dass der Kontakt eines Schnelltests mit Orangensaft zu einem positiven Testergebnis führen kann. Ein probates Mittel, um zwei Wochen schulfrei zu erhalten? Der Schülerstreich erregt die Gemüter und sorgt für Kritik.
Kreatives Schummeln: Britische Schüler verwenden Orangensaft, um positive Testergebnisse zu erhaltenQuelle: www.globallookpress.com © Leopold Nekula / VIENNAERPORT

Britische Schulkinder haben offenbar herausgefunden, dass das Auftragen von Orangensaft auf einen Schnelltest ein positives Testergebnis erzeugen kann. Der Effekt lasse sich tatsächlich bestätigen, wie der Guardian unter Verweis auf eigenes Experimentieren berichtet.

Der Effekt sei jedoch nicht darauf zurückzuführen, dass der Saft das Virus enthalte, sondern stehe mit dem Säuregehalt des Getränks in Verbindung. Auch bei einer Reihe von anderen Lebensmitteln, darunter Ketchup und Cola, sei dies bereits beobachtet worden. Ein Lehrer für Naturwissenschaften, der von seinen Schülern darauf aufmerksam gemacht wurde, erklärte der Zeitung:

"Sie sagen, dass sei eine tolle Möglichkeit, zwei Wochen schulfrei zu bekommen."

Der "Trick" sei auf der Onlineplattform TikTok vorgestellt worden – und zwar mit Videos von Leuten, die verschiedene Flüssigkeiten ausprobieren. Prof. Andrea Sella vom University College London bezeichnete die Entdeckung als nicht überraschend. Sella meint:

"Wenn jemand absichtlich die Testanordnung durcheinanderbringt, dann bekommt man natürlich ein falsches Ergebnis. Aber ich würde hinzufügen, dass es sich nicht um ein falsch positives Ergebnis im eigentlichen Sinne handelt. Denn falsch positive Ergebnisse sind solche, die trotz ordnungsgemäßer Durchführung auftreten."

Im Anschluss an einen positiven Schnelltest werde aber noch ein PCR-Test durchgeführt, heißt es im Guardian weiter. Erst, wenn dieser auch positiv ausfällt, komme es zu einer Quarantäne für die Schulkinder. In vielen Fällen bliebe es demnach bestenfalls bei ein oder zwei schulfreien Tagen.

Der Professor für Biostatistik an der Universität Birmingham Jon Deeks kritisierte den Schülerstreich dennoch. Das Verhalten der Schüler sei "ziemlich egoistisch". Es gebe "weniger schädliche Möglichkeiten, sich einen schulfreien Tag zu erschleichen". Die Sache scheint jedenfalls für eine gewisse Unruhe zu sorgen. Auch der Generalsekretär des Schulleiterverbands Geoff Barton kommentierte die Angelegenheit und wird in der Zeitung so zitiert:

"Der wie auch immer geartete Missbrauch von Schnelltests ist äußerst wenig hilfreich, und wir lehnen dieses Verhalten strikt ab. Wir sind aber sicher, dass dies nur eine sehr kleine Minderheit von Schülern betrifft und dass die Tests größtenteils ordnungsgemäß durchgeführt werden. Dennoch möchten wir die Eltern auffordern, dafür zu sorgen, dass die Tests nicht missbraucht werden, und wir schlagen Schülern, die sich für chemische Reaktionen interessieren, vor, dass sie diese am besten im Chemieunterricht in der Schule kennenlernen."

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