Europa

Berlusconi und Salvini planen die Gründung einer italienischen CDU

Die konservative Forza Italia von Silvio Berlusconi und die nationalistische Lega von Matteo Salvini wollen sich zusammenschließen. Als Namen für das neue Bündnis schlägt Berlusconi nun "Centrodestra Unito" (CDU) vor. Die Namensüberschneidung mit der deutschen CDU ist kein Zufall, sondern soll die Werteverbundenheit unterstreichen.
Berlusconi und Salvini planen die Gründung einer italienischen CDUQuelle: AFP © Alberto PIZZOLI / AFP

Italiens früherer Regierungschef Silvio Berlusconi plant die Gründung einer italienischen CDU. Unter dem Namen Centrodestra Unito (Vereinigte Mitte-Rechte) soll laut dpa mit dem Kürzel CDU ein neues konservativ-rechtes Bündnis in Italien entstehen – formiert aus Berlusconis konservativer Forza Italia und der nationalistischen Lega (ehemals Lega Nord) von Matteo Salvini.

Die Überschneidung mit der deutschen CDU (Christlich Demokratische Union) ist dabei kein Zufall. Berlusconi betonte im Interview mit der italienischen Zeitung Corriere della Sera, dass man die Werte der deutschen CDU als Referenzmodell betrachte. Nach seiner Ansicht brauche der sich neu etablierende Mitte-Rechts-Block Italiens eine starke Koppelung an freie, christliche und europäische Prinzipien.

Bereits vergangene Woche hatten Berlusconi und Salvini einen Zusammenschluss mehrerer Parteien angekündigt. Bis zu den kommenden nationalen Wahlen 2023 wolle man eine Einheit von Mitte-Rechts schaffen, kündigte Berlusconi laut dpa auf einer Pressekonferenz der Forza Italia in Turin an. Salvini betonte bei einem Aufritt in Reggio Calabria, man wolle den gespaltenen Mitte-Rechts-Block vereinen, um schneller und effizienter zu sein und damit dem Ministerpräsidenten Mario Draghi zu helfen. Die Forza Italia und die Lega regieren beide im Kabinett aus Politikern und Experten unter Draghi mit.

Die Pläne für den Zusammenschluss waren Anfang des Monats aufgekommen. Die Chefin der rechten Fratelli d'Italia (Brüder Italiens), Giorgia Meloni, hatte jedoch einen Einstieg ihrer Partei ausgeschlossen. Sie ist derzeit in einer Mini-Opposition gegen die Regierung Draghi. Einer Umfrage des Istituto Ixe nach kämen Lega, Forza Italia und Fratelli d'Italia Stand Mitte Juni auf mehr als 47 Prozent der Wählerstimmen.

Die Abkürzung CDU wurde bereits zwischen 1995 und 2002 von einer italienischen Partei verwendet, der Cristiani Democratici Uniti – ebenfalls eine Partei der rechten Mitte, die sich 1995 vom Partito Popolare Italiano (PPI) abspaltete, der ehemaligen Democrazia Cristiana. Schon 1996 schloss sich die damalige CDU mit einer anderen Abspaltung der Democrazia Cristiana, der Centro Cristiano Democratico (CCD) zu einer gemeinsamen Wahlliste zusammen. 2002 fusionierte die CDU mit der Democrazia Europea zur neuen Partei Unione dei Democratici Cristiani e di Centro (UDC). Damit wurde das Kürzel CDU in Italien wieder frei.

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(rt/dpa)

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