Europa

Russisches Militär feuert Warnschüsse in Richtung britischen Zerstörers

Ein britischer Zerstörer ist unerlaubt in russische Gewässer an der Halbinsel Krim eingedrungen. Da er trotz Warnungen per Funk seinen Kurs nicht änderte, wurde dies durch Warnschüsse von einem Patrouillenboot und Warnabwurf von Splittersprengbomben erzwungen.

Ein russisches Patrouillenschiff und ein Kampfjet haben Warnschüsse abgegeben, nachdem der britische Zerstörer HMS Defender die Grenze des Landes im Schwarzen Meer verletzt hatte. Der Verteidigungsattaché der britischen Botschaft wurde von Beamten in Moskau einbestellt.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hatte das britische Marineschiff um 11:52 Uhr Ortszeit die russische Grenze überquert und fuhr drei Kilometer weit in die Küstengewässer am Kap Fiolent auf der Krim. Die Halbinsel wird vom Vereinigten Königreich nicht als russisches Land anerkannt und für "illegal besetztes ukrainisches Gebiet" gehalten.

Der Zerstörer wurde im Voraus über den eventuellen Einsatz von Waffen im Falle einer Verletzung der russischen Staatsgrenze unterrichtet. Eine Reaktion auf die Warnung blieb jedoch aus. Weiterhin meldete der Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums:

Um jeweils 12:06 und 12:08 Uhr führte ein Patrouillenschiff des Grenzdienstes [des FSB] das [angekündigte] Warnschießen aus.

Um 12:19 führte ein [Bodenkampfflugzeug des Typs] Su-24m [der Schwarzmeerflotte] Bomben-Warnabwürfe (4 [Splittersprengbomben des Typs] OFAB-250) auf dem Kurs des Zerstörers HMS Defender durch.

Um 12:23 verließ die HMS Defender unter gemeinsamen Maßnahmen der Schwarzmeerflotte und des Grenzschutzdienstes des Föderalen Sicherheitsdienstes der Russischen Föderation die Grenzen des Territorialmeeres der Russischen Föderation.

Kurz bevor das Verteidigungsministerium den Vorfall publik machte, sagte Russlands oberster Armeechef Waleri Gerassimow auf einer Sicherheitskonferenz in Moskau, dass die Marineaktivitäten der NATO in der Nähe der russischen Grenzen "deutlich zugenommen" hätten:

"Schiffe, die mit hochpräzisen Langstreckenraketenwaffen ausgestattet sind, operieren fast permanent im Schwarzen Meer und in der Ostsee", sagte er und nannte die Aktionen "eindeutig provokativ".

Der russische Senator Sergej Zekow bezeichnete in einem Kommentar gegenüber RIA Nowosti die Bewegungen des Kriegsschiffes als "eklatante Verletzung internationaler Normen" und merkte an, dass die Aktionen "einen ernsten Konflikt provozieren könnten". Der erste stellvertretende Sprecher des Staatsrates der Autonomen Republik Krim Jefim Fix kommentierte den Vorfall so:

"Sie unterziehen Russland ständig Bissproben, prüfen unsere Wachsamkeit. Ich denke, die Zeit für eine sehr ernsthafte Antwort auf all diese Provokationen ist gekommen."

Die HMS Defender ist ein Lenkwaffenzerstörer, der 2009 vom Stapel lief und in erster Linie für die Flugabwehr und die Raketenabwehr konzipiert wurde. Derzeit führt er Einsätze im Schwarzen Meer durch. Vor dem jüngsten Zwischenfall lag das Schiff im Rahmen einer Unterzeichnungszeremonie im ukrainischen Hafen von Odessa, an der der britische Minister für Verteidigungsbeschaffung Jeremy Quin und der stellvertretende Verteidigungsminister der Ukraine Alexander Mironjuk teilnahmen. London und Kiew einigten sich darauf, dass Großbritannien Kriegsschiffe an die Ukraine liefert und die Briten dem Land auch beim Bau von Marinestützpunkten im Schwarzen Meer helfen wollen.

Das britische Verteidigungsministerium leugnete in einer vorläufigen Mitteilung auf Twitter unterdessen, dass Warnschüsse auf die HMS Defender abgefeuert wurden. Das Schiff hätte "in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht" lediglich eine "harmlose" Durchfahrt durch ukrainische Hoheitsgewässer durchgeführt, so das britische Verteidigungsministerium. Man glaube vielmehr, dass das russische Militär Schießübungen veranstaltet habe:

"Wir glauben, dass die Russen eine Schießübung im Schwarzen Meer durchführten und die maritime Gemeinschaft vor ihren Aktivitäten gewarnt haben. Es wurden keine Schüsse auf die HMS Defender abgegeben, und wir erkennen die Behauptung nicht an, dass Bomben in ihren Weg geworfen wurden."

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