Europa

Wladimir Putin wird nach eigenen Angaben Angela Merkel als Bundeskanzlerin vermissen

Am Rande des Sankt Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums hat Russlands Präsident Wladimir Putin von seiner geschäftlichen Beziehungen zu Bundeskanzlerin Angela Merkel erzählt. Nach eigenen Angaben wird er sie nach ihrem Rückzug aus der Politik vermissen.
Wladimir Putin wird nach eigenen Angaben Angela Merkel als Bundeskanzlerin vermissenQuelle: Reuters © Pavel Golovkin

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Rande des alljährlichen Sankt Petersburger Wirtschaftsforums (SPIEF) auf Fragen von Leitern und Redakteuren internationaler Nachrichtenagenturen geantwortet. Die Bloomberg-Journalistin Rosalind Mathieson fragte den Politiker nach dessen Beziehung zur deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ob Putin sie nach Merkels Rückzug aus der Politik vermissen werde? "Unbedingt", antwortete der russische Staatschef.

Putin bezeichnete Merkel als eine erfahrene, direkte, zuversichtliche und konsequente Politikerin. Dabei bestätigte er, dass sie geschäftlich miteinander gut auskämen.

"Ich weiß nicht, wer an ihre Stelle treten wird. Zwischen Angela und mir ist tatsächlich ein gutes geschäftliches Verhältnis entstanden. Ich schätze sie sehr."

Die amtierende Bundeskanzlerin wisse ihren Standpunkt zu verteidigen. Der russische Präsident fügte hinzu, er wünsche sich von der künftigen Regierung in Berlin dieselbe Stabilität und Zuverlässigkeit in den bilateralen Beziehungen. Putin nannte Deutschland einen der Schlüsselpartner und betonte, sein Land sei für eine umfassende Zusammenarbeit zur Überwindung aller Schwierigkeiten offen. Der russische Präsident brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass sich die Situation zum Besseren wenden werde.

Das SPIEF findet seit dem Jahr 1997 alljährlich statt. Seit dem Jahr 2005 steht die Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des russischen Präsidenten, der daran auch selbst regelmäßig teilnimmt. Diesmal findet das Forum vom 2. bis zum 5. Mai nach der Zwangspause im Jahr 2020 bereits zum 24. Mal statt. Da das Coronavirus noch nicht endgültig besiegt ist, legen die Veranstalter nach wie vor viel Wert auf die Sicherheitsvorkehrungen, darunter PCR-Tests und Temperaturmessungen der Teilnehmer. Das Motto der Veranstaltung lautet "Wieder zusammen. Die Wirtschaft der neuen Realität". Die größte Delegation kommt aus Katar, das in diesem Jahr Ehrengast des Forums ist. Der Golfstaat ist in Sankt Petersburg mit 50 Firmen und 500 Teilnehmern vertreten. Unter den Gästen sind traditionell auch Spitzenpolitiker und Wissenschaftler.

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